Franchise-Rockstars: Jens Tappe, EASYFITNESS

Franchise-Rockstars: Jens Tappe, EASYFITNESS

Hallo und herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich das Franchise System EASYFITNESS zu Gast. Und zwar Jens Tappe. Der Jens ist seit 11 Jahren bei EASYFITNESS dabei, seit 2018 ist er Geschäftsführer und hat in dieser Position den Inhaber, den Michael Mäder abgelöst. Er erzählt in diesem Interview, was das Besondere an EASYFITNESS ist, also wie sie sich von anderen Fitnesssystemen und auch von Franchising im Fitnessbereich abgrenzen. Außerdem stellt er ein ganz interessantes, neues Fitness Konzept vor: Microstudios für kleine und klitzekleine Städte und erklärt genau, was sie darunter verstehen.

Links

EASYFITNESS Webseite
EASYFITNESS Franchise

Buchempfehlung:(*)
Denken Sie groß! von David Schwartz

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
JT = Jens Tappe

LB:
Jens, schön, dass du hier dabei bist, bei den Franchise Rockstars! Lass uns zu Anfang, wie üblich, mal an den aktuellen Zahlen von EASYFITNESS teilhaben. Also, wie viele Franchisenehmer habt ihr? Wie ist euer Verbreitungsgebiet? Wie viel Umsatz macht ihr?

JT:
Ja, sehr gerne. EASYFITNESS ist 2008 gestartet und wir sind tatsächlich relativ schnell gewachsen. Wir haben jetzt aktuell 130 Clubs in Deutschland, Österreich und auf Mallorca. Diese verteilen sich aktuell auf 90 Franchisepartner. Man merkt schnell, wir haben einige Multi-Unit-Partner dabei, die mehr als nur ein EASYFITNESS betreiben. Dazu kommen dann noch unsere knappen 380.000 Mitglieder, die von über 1.500 Mitarbeitern betreut werden.

LB:
Das sind auf jeden Fall schon beeindruckende Zahlen. Jetzt muss ich natürlich zu Anfang die Frage stellen, es gibt ja wirklich sehr, sehr viele Fitnessclubs, Fitnessketten, viele davon auch als Franchise betrieben. Was macht EASYFITNESS denn jetzt besonders?

JT:
Das Besondere bei uns ist tatsächlich unser Leitmotiv “Lifestyle & Sport”. EASYFITNESS steht dafür, dass unsere Kunden die Inspiration für ein aktives Leben bekommen. Sie sollen Freunde treffen, neue Kontakte knüpfen. Das ist das Erfolgskonzept hinter EASYFITNESS, denn wir wollen Fitness zum festen Lebensbestandteil aller werden lassen.

LB:
Das hört sich toll an. Gib mir mal ein Beispiel, wie ihr das umsetzt. Wie wird bei euch Fitness zum festen Lebensbestandteil aller?

JT:
Ein Bestandteil ist zum Beispiel unsere Green to Green Kampagne, wo wir uns als Fitnessunternehmen dafür stark machen Umwelt und Nachhaltigkeit auch in die Fitnessbranche zu bringen. Es ist ja mittlerweile in allen Branchen und sogar in der Politik angekommen, dass das ein ganz wichtiger Punkt ist, denn wir haben nur eine Erde. Hier war EASYFITNESS Vorreiter in der Fitnessbranche.

LB:
Ok, grün ist auch eure Farbe im CI. Was sollten denn jetzt potenzielle Franchisenehmer unbedingt über EASYFITNESS wissen?

JT:
Ich würde mal sagen, das Wichtigste sind tatsächlich für Franchisepartner unsere USPs.
EASYFITNESS ist skalierbar. Unsere Partner haben eine starke Expansionsfähigkeit mit unseren Franchisekonzept. Jetzt kommen wir auch wieder zu unserer Philosophie Lifestyle & Sport, EASYFITNESS möchte auch Menschen zum Erfolg führen. Einmal unsere Mitglieder zum Trainingserfolg, aber auch viel wichtiger unsere Franchisepartner zum wirtschaftlichen Erfolg und die Erfüllung ihres eigenen Traumes ein eigenes Fitnessstudio zu besitzen. Das ist so der größte Anreiz, warum Partner zu uns kommen.

Wir leben aber auch den Erfolg vor. Wir haben mittlerweile 20 Pilotbetriebe, die wir selber führen. Dort testen wir neue Trends, aber zum Beispiel auch neue Ausstattungen. Wir schaffen aber auch seit Jahren einen Familienort zur Begegnung, indem wir gemeinsam daran arbeiten, das Beste aus jedem heraus zu holen. Wir schaffen einen Raum für persönliches Wachstum und der Selbstverwirklichung.

Hier haben wir zum Beispiel dieses Jahr ein neues Format geschafft. Den Impulsday, wo wir für unsere Mitglieder, unsere Betreiber aber auch allen da draußen eine Plattform zur persönlichen Weiterentwicklung bieten. Und natürlich zu guter Letzt unsere Philosophie Lifestyle & Sport, die findet man in jedem Lebensbereich von EASYFITNESS wieder, ob es im Marketing ist, in der Club-Betreuung, aber auch in der Digitalisierung.

LB:
Okay. Was müssen potenzielle Franchisenehmer aus eurer Sicht mitbringen? Also was brauchen die?

JT:
Das Wichtigste zum einen ist, unsere Partner müssen bereit sein, Arbeitnehmer und Arbeitgeber in einer Person zu sein. Das bedeutet, die unternehmerische Freiheit innerhalb unserer festgesetzten Rahmenbedingungen umzusetzen. Das ist einer der wichtigsten Punkte, ich nenne es immer Franchisetauglichkeit. Darüber hinaus sollte aber auch ein Partner verinnerlicht haben, dass der Schwerpunkt im Fitnessstudiobetrieb im Verkauf, in der Mitgliederbetreuung, in den Hygienestandards und vor allem aber auch in der Führung der Mitarbeiter liegt und nicht in Organisationsaufgaben, die im Hintergrund laufen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der oft verwechselt wird.

Mit dem dauerhaften Erfolg unserer Marke sind wir uns aber auch zugleich unserer Verantwortung der Gesellschaft bewusst. EASYFITNESS hat hier ganz klare Ziel für die kommenden Jahre gesetzt. Mit dem eigenen Handeln wollen einen positiven Beitrag für eine nachhaltige Welt leisten und das sollte auch der Partner mitleben.

LB:
Das sind ja große Themen, die du hier ansprichst. Aber jetzt mal “Butter bei die Fische”: Was muss der Partner denn an Eigenkapital mitbringen? Wie hoch ist das Investitionsvolumen, wenn man ein EASYFITNESS aufmachen möchte?

JT:
Bei uns reicht’s tatsächlich, wenn man mit 30.000 Euro Eigenkapital starten möchte. Natürlich ist mehr Eigenkapital immer am besten, denn das restliche Geld müssen wir dann von der Bank holen. Für eine klassische Eröffnung braucht ein Partner bei uns, abzüglich Eigenkapital, so zwischen 150.000 bis 200.000 Euro, so dass er dann aber auch schon bis zum Break-even, dass da die Finanzierung auch reicht.

LB:
Da sind die Geräte aber noch nicht dabei, die werden dann noch geleast oder sind on top, richtig?

JT:
Genau. Wie auch in vielen anderen Branchen ist es in der Fitnessbranche so, dass sowohl die ganzen Fitnessgeräte, als auch die Studioausstattung wie die Empfangstheke, Zutrittssystem, das alles über unsere Leasingpartner läuft. Hier haben wir aber auch gute Partner an unserer Seite, wo wir jedem Existenzgründer ein Leasing zur Verfügung stellen können.

LB:
Kannst du mir eine Zahl an Mitgliedern nennen, damit so ein Standort von EASYFITNESS funktioniert?

JT:
Es gibt tatsächlich zwei Break-even Stufen, nenne ich es einfach. Am Anfang haben wir den Break-even, wo noch das Geräteleasing ist. Das läuft natürlich nach einer gewissen Zeit ab und dann hat man Geräte, die einem dann auch im Eigentum gehören. Dann kann man sagen, dass sich der Break-even-Point fast halbiert. Am Anfang braucht man schon ca. 1.000 bis 1.200 Mitglieder, um in den Break-even zu kommen.

LB:
Da ist dann der Unternehmerlohn aber noch nicht dabei, oder?

JT:
Doch, der ist schon dabei.

LB:
Den könnt ihr aber nicht sonderlich hochgerechnet haben, oder?

JT:
Das startet natürlich erstmal im Kleinen, kann aber auch sehr schnell hochgehen. Das sehe ich dann auch an unseren Partnern, die sehr erfolgreich sind. Da ist man manchmal schon neidisch, wenn diese mit einem Lamborghini vorgefahren kommen.

LB:
Was für Lizenzen habt ihr denn? Ich habe einen Überblick bekommen, wie ein EASYFITNESS aussieht und was man mitbringen muss. Gibt es da gibt unterschiedliche Franchise-Lizenzen? Du hast eben von Multi-Unit Franchisepartnern gesprochen. Was bietet ihr da an?

JT:
Wir haben zwei Studiokonzepte. Einmal haben wir unser klassisches Lifestyle Modell und wir haben ganz neu seit Anfang letzten Jahres auch ein personalloses und automatisiertes Microstudio Konzept. Da kann man quasi zwischen wählen, ob man lieber auf 2.000 Quadratmetern ein Fitnessstudio eröffnen will oder lieber auf 250. Dementsprechend gibt es natürlich auch andere Lizenzen dafür.

LB:
Das sind also die zwei Lizenzen. Jetzt würde ich gerne auf das personallose Studio eingehen. Welche Idee steckt dahinter?

JT:
In Deutschland gibt es diese klassischen 15.000 bis 200.000 Einwohner-Städte, in denen man die großen Fitnessketten immer findet. Aber was ist in dem Einzugsgebiet von 5.000 bis 10.000 Einwohnern? Davon gibt es sehr viele Städte und da müssen alle, gezwungenermaßen, 10, 15, 20 Minuten in die nächste größere Stadt fahren, um Fitness zu betreiben. Jetzt haben wir uns überlegt, wir wollen EASYFITNESS allen in Deutschland anbieten und darauf eine Vision aufgebaut. Also gehen wir gezielt mit diesem Microstudio Konzept in diese kleinen Städte, wo es einfach keine Fitnessstudios gibt oder auch keine Fitnessmöglichkeiten.

LB:
Dann stelle ich mir das so vor, man kommt mit einer Art Zutrittskarte rein, da ist kein Personal und man kann dann die Geräte nutzen oder wie läuft das?

JT:
Genau, das ist komplett automatisiert. Man kommt tatsächlich mit einem QR-Code rein, der auf dem Handy ist. Da man das Handy normalerweise sowieso dabei hat, gibt es auch eine Fitness App von EASYFITNESS, wo man sich Trainingspläne selber erstellen kann. Wir haben aber auch fertige Trainingspläne im Portfolio der App. Jedes unserer Fitnessgeräte hat auch einen QR-Code, wo man sich Videos zum Gerät anschauen kann. Wie wird das eingestellt und welche Übungen kann man machen? Also sehr modern, digital und automatisiert.

LB:
Wie viele von solchen Studios habt ihr schon?

JT:
Wir haben jetzt insgesamt drei Stück und sind letztes Jahr damit gestartet. Offen gesagt haben wir auch erstmal die ganzen Kinderkrankheiten ausgeräumt, denn hinter einem personallosen und automatisierten Fitnessstudio steckt schon viel mehr Know How und Gehirnschmalz hinter, als es im ersten Moment klingt. Weil faktisch auch kein Mitarbeiter mehr vor Ort ist, müssen wir alle Kundenfragen und -bedürfnisse digitalisiert abbilden können. Das war ein interessanter Entwicklungsprozess. Aber ab nächstem Jahr gehen wir da groß in die Vermarktung und haben auch bereits fünf weitere Mikrostudios im Vorlauf, die dann nächstes Jahr eröffnen.

LB:
Wir nehmen das jetzt im Jahr 2019 auf, das wäre dann also in 2020. Ausgestrahlt wird dieser Podcast erst 2020, nur damit keine Verwirrung aufkommt. Bei so einem Mikrostudio rede ich dann sicherlich auch von einem anderen finanziellen Engagement oder Invest, richtig?

JT:
Korrekt. Man kann fast sagen, da reden wir über ein Drittel der normalen Kosten.

LB:
Da bin ich wirklich gespannt, vielleicht müssen wir in ein bis zwei Jahren einen Anschlusstermin machen, wie diese Mikrostudios laufen. Das ist wirklich ein sehr interessantes Konzept. Jetzt sagtest du, dass ihr mehrere Multi Unit Systeme habt, wie viele Standorte hat der größte Franchisenehmer?

JT:
Der hat jetzt knapp 18 Studios.

LB:
Wahnsinn, dann überholt er ja fast schon die Zentrale, da fehlen nur noch zwei. Sehr schön! Jetzt würde mich mal interessieren, wie ihr bei so einem großen System mit 130 Studios die Qualität aufrecht erhaltet. Das waren ja große Worte wofür ihr steht und das muss vor Ort auch gelebt werden. Was macht ihr da zur Qualitätssicherung?

JT:
Wir haben innerhalb des Franchisegebers eine eigene Abteilung für Partner- und Qualitätsmanagement. Die führt A natürlich auch regelmäßige Club-Auditierungen durch und B aber auch regelmäßige Erfa-Tagungen, die aber eher einen Workshop-Charakter haben. Das bedeutet, das was wir uns im System vorstellen aber auch was unsere Partner wollen, das erarbeiten wir alles gemeinsam in sogenannten Erfa-Tagungen und so bekommen wir auch alle Partner mit ins Boot. Dazu kommt aber unsere hauseigene Akademie, wo wir natürlich das Thema Qualität und Konformität stetig auch als Begleiter dabei haben.

LB:
Und interne Kommunikation ist auch immer ein Thema bei Franchisesystemen, gerade wenn so viele Franchisenehmer an Bord sind. Wie löst ihr das, dass alle immer auf dem gleichen Informations- und Kenntnisstand sind?

JT:
Ja, das ist tatsächlich eine sehr große Herausforderung. Wir haben auf der einen Seite wöchentliche Newsletter, die aus der Zentrale an unsere Partner rausgehen, wo wir immer neue Themeninhalte ansprechen, neue Kooperationenen, News, neues Marketing. Aber das Allerwichtigste ist die 1:1-Kommunikation mit dem jeweiligen Partner, Manager. Da hat quasi jeder Club seinen separaten Ansprechpartner, der einen auch immer über Neuigkeiten informiert.

LB:
Euch gibt es schon elf Jahre und in elf Jahren habt ihr wirklich ein erstaunliches Wachstum hingelegt, ganz toll. Da ist viel Licht, aber wo viel Licht, da ist auch immer ein wenig Schatten. Was war denn die größte Herausforderung für euch als Franchisegeber und -unternehmer und was habt ihr daraus gelernt?

JT:
In den elf Jahren muss ich sagen, gab es nicht eine große Herausforderung, sondern gefühlt tägliche kleinere Herausforderungen. Unter anderem dem geschuldet, dass wir damals sehr jungfräulich ins Franchise gestartet sind. Offen gesagt, hatten wir keine Ahnung, was Franchise richtig ist. Wir hatten so ein bisschen den Gedanken, dass jeder die gleiche Ausstattung bekommt, wir machen ein paar bunte Bildchen dazu, die immer gleich aussehen und basteln uns daraus ein Franchisesystem. Dass das natürlich nicht klappen kann, wird jedem Zuhörer klar sein. Somit haben wir quasi durch Learning by Doing und durch, salopp ausgedrückt, “in die Fresse kriegen” durften wir das Franchise Handwerk erlernen. Daraus ergeben und ergaben sich täglich neue Herausforderungen.

LB:
Was war das größte Learning? Wenn ihr Franchise erst lernen musstet, was war denn so das größte Learning für euch?

JT:
Das größte Learning war tatsächlich, dass Franchisepartner keine Angestellten, sondern selbstständige Unternehmer sind. Dann ist auch die Kommunikation entsprechend anders. Natürlich kann man viel verbieten, aber wir mussten eher lernen, dass viel auch über Verständnis läuft und der Partner versteht, was wir meinen. Dass es da natürlich auch unterschiedliche Erfahrungsstufen bei unseren Franchisepartnern gibt und sich daraufhin immer wieder neu einzustellen. Das war mit die größte Herausforderung für uns und auch der größte Lerneffekt.

LB:
Jetzt hattest du eben schon dieses interessante Konzept der Mikrostudios angesprochen für kleine oder Kleinststädte, Dörfer. Was ist denn in Zukunft noch von EASYFITNESS zu erwarten und was für Projekte habt ihr in der Pipeline?

JT:
Das Zauberwort Automatisierung und Digitalisierung spiegeln sich tatsächlich für das gesamte EASYFITNESS System wieder. Das heißt, die Erfahrungswerte aus den Mikrostudios werden immer mehr in die großen klassischen Discount-Studios von EASYFITNESS einfließen, um auch der neuen Generation, die das gewohnt ist, die quasi mit dem Handy in der Wiege groß geworden ist, da auch gerecht zu werden.

Wie vorhin schon erwähnt, gibt es auf der anderen Seite unsere Green to Green Kampagne, die wir in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit weiter ausbauen möchten, weil uns das einfach ein große Bedürfnis ist. Außerdem geht es bald in die nächsten Länder, denn wir wollen nach Polen und die Schweiz expandieren. Hierzu laufen auch aktuelle Vorbereitungen, auch das wird ein neuer Meilenstein für EASYFITNESS werden.

LB:
Wie darf ich mir das vorstellen? Vergebt ihr da jeweils eine Masterlizenz für die Länder oder baut ihr das Franchisesystem selber auf?

JT:
Da werden wir tatsächlich über Masterlizenzen arbeiten, in Polen allein wegen der Sprachbarriere, aber auch der polnische Fitnessmarkt hat dann schon noch andere Gesetzmäßigkeiten wie der deutsche. Trotzdem wird dort demnächst ein starkes Wachstum erfolgen. In der Schweiz ist es tatsächlich noch offen, ob wir das nicht direkt selbst mit begleiten oder über Master machen.

LB:
Wunderbar. Jens, dann sage ich mal vielen, vielen Dank bis hierhin. Das waren wirklich tolle Einblicke, die du uns in das System gegeben hast. Kommen wir zu den Schlussfragen, bist du bereit?

JT:
Ja!

LB:
Wunderbar. Welches Buch hat Dich als Mensch und auch als Führungskraft am meisten geprägt?

JT:
Da musste ich tatsächlich gar nicht so lange darüber nachdenken. Das Buch hieß “Denken Sie groß!” von David Schwartz. Es war das erste Buch, was ich über Persönlichkeitsentwicklung mit Anfang 20 gelesen habe. Der Kernsatz, den ich mir daraus gemerkt habe, ist “Schätze Dich wert und glaube an Dich” und das begleitet mich tatsächlich seitdem ich dieses Buch habe mein Leben lang.

LB:
Wunderbar, werden wir hier verlinken. Letzte Frage bevor wir uns verabschieden. Was würdest du mit deiner heutigen Erfahrung Deinem 25-jährigen Ich raten?

JT:
Ich hätte viele Ratschläge für ihn, ich würde ihm aber keinen nennen. Denn alle Fehler, die ich als Mensch oder als Unternehmer gemacht habe, haben mich erst zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich durfte aus den Fehlern lernen und ich glaube, das ist für junge Menschen und auch für mich sehr wertvoll gewesen, das auch zu können.

LB:
Nach dem Motto “Ratschläge sind auch Schläge” finde ich das eine sehr, sehr gute Antwort. Super, vielen Dank dafür! Es hat Spaß gemacht und Du hast uns einen guten Einblick gegeben. Dankeschön!

JT:
Vielen Dank!

LB:
Ich wünsche Euch und Dir natürlich auch lieber Jens, wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao!

JT:
Tschüss!

<(*) Affiliate-Link: Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht./span>

Franchise-Rockstars: Johannes Schuster, L’Osteria

Franchise-Rockstars: Johannes Schuster, L’Osteria

Hallo und herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich die L’Osteria zu Gast und zwar den Johannes Schuster. Johannes ist Vizepräsident von L’Osteria und dort für das Thema Business Development zuständig. Er erzählt uns in diesem Interview, wofür L’Osteria steht, was sie für Franchisenehmer, Franchisepartner suchen und wie viele Gebiete es gerade noch in Deutschland zu vergeben gibt. Ganz unter uns – wenn ihr daran Interesse habt, müsst ihr wirklich richtig schnell sein. Weil so viel Platz ist in Deutschland nicht mehr. Ganz interessant fand ich auch, dass sie so ein Drei-Säulen-Modell an Restaurants haben. Und zwar selbstgeführte Restaurants, dann von Franchisenehmern geführte und Joint Venture und wie es zu diesem Drei-Säulen-Modell gekommen ist, das erzählt er uns auch in dem folgenden Interview.

Links

Webseite:
L’Osteria
L’Osteria Franchising

Buchempfehlung(*):
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
Onward: Wie Starbucks erfolgreich ums Überleben kämpfte, ohne seine Seele zu verlieren

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
JS = Johannes Schuster

LB:
Johannes, schön, dass du da bist! L’Osteria, ein großes System in Deutschland. Erzähl uns doch mal ganz kurz etwas zu den aktuellen Zahlen von L’Osteria, also wie viele Franchisenehmer habt ihr, was macht ihr für einen Umsatz und wo seid überall zu finden?

JS:
Schön, dass ich heute dabei sein darf. L’Osteria gibt es aktuell an 120 Standorten in sieben Ländern. Wir haben die Nummer 100 in Deutschland gestern in Stuttgart gefeiert und werden dieses Jahr noch ein weiteres Restaurant eröffnen und auch Land Nr. 8 an das System anschließen mit Luxemburg. Wenn man sich die 100 Restaurants in Deutschland vielleicht ein bisschen näher anschaut: Davon betreiben wir als Franchisegeber 39 selbst, wir haben 32 Franchisepartner- und 29 Joint-Venture-Restaurants. Joint Venture bedeutet, dass wir in diesen Gesellschaften mindestens 50% Anteile noch selbst halten. Die Franchisepartner betreiben ihre Restaurants ganz klassisch gegen Vergütung über eine Lizenzgebühr. (Stand der Zahlen: 11/2019)

LB:
Okay, wie kommt es zu diesem Joint Venture Konzept? Wieso habt ihr euch das überlegt und wieso macht ihr das?

JS:
Da sind zwei große Überlegungen dahinter. Natürlich spielt Investitionshöhe bei einer L’Osteria schon eine wesentliche Rolle, wenn man sich die Restaurants von uns anschaut. Aufgrund der Größe und auch der Detail- und Designverliebtheit, die wir dort an den Tag legen, so dass es immer wieder Partner gibt, oder die, die Partner werden möchten, die tolle Operatoren sind, tolle Gastgeber sind und der Kultur nach wunderbar in unserer L’Osteria La Famiglia passen, nur unter Umständen die finanziellen Ressourcen nicht vollumfänglich da sind, um eines beziehungsweise mehrere Restaurants zu betreiben, da wir auch ein Konzept sind, was mit Gebieten arbeitet.

Das heißt, wir haben keine Einzellizenzen, sondern jeder Partner muss mehrere Restaurants in dem ihm zugewiesenen Gebiet auch eröffnen können. Der zweite Punkt ist, es gibt natürlich auch Gebiete, die sehr spannend sind, die wir gerne selbst betreiben wollen würden. Auf der anderen Seite, aufgrund der Geografie, dass unter Umständen manche nicht können und deshalb einen Joint Venture Partner haben, der sich um ein Gebiet kümmert, wir aber so ein bisschen mehr davon haben als nur die Franchisebetriebe.

LB:
39 eigene Restaurants, wieso ist der Anteil so hoch?

JS:
Weil wir gerade am Anfang unserer Historie uns noch gar nicht unbedingt in Richtung Franchise entwickeln wollten und das sich dann erst im Laufe der Zeit so entwickelt hat, sodass wir gerade am Anfang einige Restaurants unter Eigenregie entwickelt haben und auch diese Expansion neben den nach zehn Jahren Unternehmenshistorie hinzukommenden Franchisepartnern auch weiter so betrieben haben.

LB:
Ok, also jetzt eröffnet ihr immer noch selber eigene Geschäfte?

JS:
Also wenn man diese drei Säulen nimmt, im Prinzip Eigenbetriebe, Franchise Restaurants und Joint Venture, sind wir da so plusminus ein Drittel pro dieser Säule unterwegs. Und wenn man sich unsere Expansion der nächsten Jahre anschaut, werden wir das auch in den nächsten Jahren so weiterleben. Mal wächst der Eine ein bisschen stärker, mal der Andere, aber über die Zeit nivelliert sich das eigentlich ganz gut aus.

LB:
Jetzt hast du schon angesprochen, hohe Investitionsbereitschaft, hohes Investitionsvolumen ist da. Wenn man sich eure Restaurants anguckt, die sind ja auch wirklich alle toll, in großen Gebäuden etc. Jetzt würde mich natürlich mal interessieren, wie habt ihr denn euer Franchisesystem finanziert? Gibt es einen großen Geldgeber, also euren Gründer, der das alles finanziert hat oder habt ihr euch da Venture Capital geholt? Wie seid ihr da aufgestellt?

JS:
Wir haben nicht nur einen Gründer, sondern zwei. Klaus Rader und Friedemann Findeis und beiden Herren gehören auch noch heute 100% des Franchisegebers. Zwar hat sich strukturell etwas geändert, dass wir in den letzten Wochen aus einer GmbH in eine SE umgewandelt wurden. Was aber zu keinerlei Veränderung an den Anteilen geführt hat. Aus den operativen Erfolgen, sicherlich auch in Verbindung mit dem ein oder anderen Bankkredit, um ein Restaurant bauen und finanzieren zu können, haben wir in letzten 20 Jahre genau das erreicht, wo wir heute stehen. 120 Restaurants.

LB:
Wahnsinn! Also größten Respekt vor den beiden Herren, das ist schon echt eine tolle Leistung! Die beiden, sind die noch operativ tätig?

JS:
Klaus Rader und Friedemann Findeis sind zum 1. November 2019 in den Aufsichtsrat gewechselt, sodass die operative Tätigkeit nun weniger wird, aber sie bleiben uns mit Wissen und Rat und Tat als Aufsichtsräte erhalten.

LB:
Super. Jetzt hattest du gesagt, dieses Joint Venture kam auch gerade daher, weil einige potenzielle Franchisepartner sich finanziell nicht in der Lage sahen auch dieses System zu stemmen. Was sollten denn potenzielle Franchisenehmer unbedingt mitbringen und auch gerade wie viel Eigenkapital?

JS:
Die Eigenkapital-Frage oder die Frage nach Finanzen ist bei der Franchisepartner-Frage immer die erste, die gestellt wird. Ich will vielleicht trotzdem mit etwas anderem beginnen, weil der Teil für uns sehr viel wichtiger ist. Das ist der Teil Mensch. Er muss sich mit unserer Unternehmenskultur, mit den Werten, Teamwork, Befähigungen, Achtsamkeit, Fokussierung, Erfolgshunger, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben, vollumfänglich identifizieren können und in diese große Überschrift „L’Osteria La Famiglia“ rein passen.

Als Full-Service Konzept ist man in seinem oder seinen Restaurants auch immer Gastgeber. Wir brauchen 40 bis 50 Mitarbeiter, um eine durchschnittliche L’Osteria betreiben zu können und wenn man da nicht ein People-Mensch ist, das was man tut absolut liebt, wird man in unserem Geschäft wahrscheinlich nicht erfolgreich sein.

Das Allererste, was wir uns anschauen ist: Ist das ein Typ? Ist das eine Frau, ist das ein Herr, der diese Werte mit uns teilt und das gleiche Mindset hat, wie man Restaurants betreiben soll? Wenn das passt, natürlich braucht man dann, das ist ja auch angeklungen, ein wenig finanzielle Unterstützung.

Wenn man sich überlegt, dass ein Restaurant bei uns so ca. 1,4 / 1,5 Mio. Euro Investitionssumme bedarf, muss man das stemmen können. In der heutigen Zeit ist die Frage nach dem Eigenkapital teilweise schwieriger zu beantworten, sodass das so ein bisschen davon abhängt, aus welcher Situation heraus man an eine Bank herantritt oder an potenzielle Investoren, die einem so ein Restaurant finanzieren können.

LB:
Jetzt möchte ich da nochmal ansetzen, gerade wenn so eine hohe Investition notwendig ist, sucht ihr denn mehr den Unternehmer? Du sagtest ja auch, man braucht ein Gebiet. Man macht also einen Franchisevertrag über ein Gebiet und ist da auch verpflichtet, mehrere Restaurants zu eröffnen. Also sucht ihr doch schon den, der Multi-Unit macht.

JS:
Ja, wir haben Deutschland in Gebiete eingeteilt und innerhalb dieses Gebietes ist dann der Partner auch eigenverantwortlich für seine Expansion zuständig, sodass man da schon das Entwicklungspotenzial haben muss, sodass natürlich neben dem People-Anteil und dem People-Mensch, der man sein muss, auch der Wille und die Bereitschaft da sein muss, um ehrlich zu sein, auch zu expandieren.

LB:
Wie viele Gebiete gibt es in Deutschland? Wie viele sind davon noch frei?

JS:
Aktuell gibt es ehrlicherweise nur noch ein freies Gebiet und das ist das Gebiet im Süden um Freiburg herum. Von Offenburg, Freiburg bis zur Schweizer Grenze. Den Rest haben wir aufgeteilt, eben durch Joint Venture Partner, Franchisepartner und eben auch Gebiete, die wir als L’Osteria eben selbst betreiben.

LB:
Okay, jetzt hast du schon gesagt was Franchisenehmer mitbringen müssen. Was sollten jetzt potenzielle Franchisenehmer denn unbedingt noch über die L’Osteria wissen? Wofür steht L’Osteria?

JS:
Sehr schöne Frage, ein Teil ist fast redundant, weil es uns wirklich um die Werte und das kulturelle Miteinander geht. Darauf muss man sich auch einlassen können und einlassen wollen. Trotzdem stehen wir natürlich auch für tolle Produkte, tolle Qualität, ein hohes Maß an Frische, tolles Design, tolles Ambiente, Restaurant Experience, die wir unseren Gästen bieten und auch bieten möchten.

Wir sind sicherlich Destinationen, in der Gäste auch mal verweilen möchten und auch verweilen wollen. Und innerhalb dieses Spirits sollte sich natürlich dann auch der Franchisepartner wohlfühlen und bewegen wollen.

LB:
Und für Frische steht ihr ja auch. Ich hatte auf eurer Seite gesehen, eine Manufaktur, Pastamanufaktur, habt ihr eröffnet.

JS:
Schon vor einigen Jahren haben wir mit unserem Lieferanten der GVS aus Nürnberg zusammen eine Pasta-Manufaktur gegründet, um dort unsere frische Pasta selbst herzustellen, die dann von Nürnberg aus in alle Restaurants in Europa verteilt wird. Die neueste Innovation auf diesem Gebiet ist, dass wir dieses Jahr noch eine Kaffeerösterei in Wertheim eröffnet haben, zusammen mit einem Freestander Restaurant, sodass wir bis Ende des Jahres 2019 auch alle Restaurants mit dem eigenen L’Osteria-Kaffee beliefern werden und die Gäste in den Genuss des hauseigenen, selbst gerösteten Kaffees kommen.

LB:
Okay, super jetzt gibt es euch ja schon 20 Jahre.

JS:
Richtig.

LB:
Das ist natürlich eine lange Zeit und man weiß ja, bei Franchisenehmern ist da gerade am Anfang die Begeisterung groß, hinterher kann die immer etwas nachlassen. Wie sorgt ihr denn dafür, für lang anhaltende und nachhaltige Zufriedenheit der Franchisepartner?

JS:
Ein Teil liegt darin, was vielleicht weniger romantisch klingt, die Gewährleistung dessen, dass alle Partner weiterhin eben auch finanziell erfolgreich arbeiten können mit ihren Teams und in ihren Restaurants. Wenn man sich hier unseren Trackrecord anschaut, glaube ich, haben wir das bis dato sehr gut getan.

Wir haben in 20 Jahren in 120 Restaurants noch nie eine Schließung verzeichnen müssen. Weder bei Partnern, noch bei unseren Franchisenehmern. Das ist natürlich auch die Hauptaufgabe, diese wirtschaftliche Stabilität allen Partnern mittel- und langfristig gewähren zu können. Dann über das neue Trainingskonzept, dabei wird es eine verstärkte Digitalisierung geben, die gerade in Prozessabläufen in den Restaurants einkehren wird oder eben auch über Innovation, neue Produkte, neue Zutaten, um dem Gast auch immer wieder einen Anreiz zu geben, ins Restaurant zu kommen und dadurch den Franchisepartnern Werkzeuge an die Hand zu geben, weiterhin erfolgreich arbeiten zu können.

LB:
Ja, ich glaube kaufmännischer Erfolg, der sorgt dann auch für nachhaltige Zufriedenheit. Das sehe ich auch so.

JS:
In der Tat.

LB:
20 Jahre hatten wir gerade schon gesagt, 20 Jahre Franchisesystem. Da gab es viele tolle Momente, viel Wachstum, wenn man das hört, ganz toll. Aber da gab es doch bestimmt auch die eine oder andere Herausforderung zu meistern. Was war denn so die größte Herausforderung als Franchisegeber und was habt ihr daraus gelernt?

JS:
Wir tun uns schwer, da eine Thematik herauszugreifen, sondern es knüpft eigentlich an das vorher gesagt an. Da ist so ein bisschen die Frage: Wie viel dessen, was L’Osteria über 20 Jahre ausgemacht hat, ist das, was uns in der Zukunft ausmachen wird? Diese Fragestellung hat man natürlich im Lifecycle oder in den 20 Jahren immer mal wieder.

Wie viel Innovation braucht ein Konzept? Aber das wäre dann auch den Kern des Unternehmens unter Umständen verwässern und wäre kontraproduktiv. Also die Fragestellung wie viel müssen wir uns verändern, um dem Franchisepartner eben wieder was Neues an die Hand geben zu können. Aber wie viel müssen wir auch immer wieder schauen, dass wir unsere Grund-DNA beibehalten und das was der Gast kennt und schätzt eben auch weiterhin erfolgreich in Restaurants beizubehalten.

LB:
Das war ja schon fast eine politische Antwort. Kannst du da nicht noch ein bisschen Fleisch dran tun?

JS:
Es ist schwierig, dort wirklich einen Punkt ganz konkret rauszugreifen. Natürlich gibt es, wenn du als Franchisegeber auch ein neues Land mit einem Partner entwickelst, vielfältige Herausforderungen, denen man sich auf einmal gegenüber sieht. Das sind Themen von „Welches Pricing ist für ein neues Land wichtig?“. Da hat teilweise der Partner völlig andere Vorstellungen, als man da selbst hat. Solche Kleinigkeiten, in Anführungszeichen, dann aus der Welt zu schaffen, um für alle Seiten einen sehr erfolgreich Start auch gewährleisten zu können.

Das können aber auch Einführungen gewesen sein, die wir in den letzten Jahren getätigt haben. Wir tauschen ein Kassensystem aus, wie viel Aufwand wird dafür betrieben und wie erfolgreich und wie schnell bekommt man so etwas in die Restaurants? Und dann merkt man schon, dass man auch mit eigenständigen Unternehmern zu tun hat, die hier und da definitiv auch andere Vorstellungen haben, wie etwas in einem Rollout oder in einer Umstellung zu funktionieren hat. Daraus zu lernen, um das dann in der Zukunft wieder hier und da anzupassen.

LB:
Okay, jetzt hatten wir schon ein bisschen was über die Zukunft gehört. Also es gibt nur noch ein Gebiet in Deutschland. Dann habe ich jetzt so rausgehört, dass ihr ein Café-Konzept machen wollt? Ich weiß nicht, gibt es das schon oder rollt ihr das gerade erst aus?

JS:
Wir haben kein Café-Konzept, sondern wir haben eine Rösterei gebaut, um den eigenen Kaffee zu rösten und mit einer Eigenmarke in unseren Restaurants zu verkaufen. Um Cappuccino, Espresso oder Kaffee eben brühen zu können.

LB:
Ah okay, habe ich dann jetzt verstanden. Aber was ist denn jetzt in der Zukunft von euch zu erwarten? Also 100 Restaurants zur Zeit in Deutschland, 120 überhaupt, sieben Länder. Was macht ihr, welche Projekte stehen an? Wie sieht eure Expansionsstrategie aus?

JS:
Wir werden, wenn man das ganz pauschal im ersten formuliert, weiterhin wachsen. Land Nr. 8 habe ich schon vorhin angedeutet. Luxemburg wird noch am 12.12.2019 an den Start gehen. Wir werden 2020 in Frankreich unseren ersten im Ausland sich befindenden Company Store eröffnen, in Lyon. Frankreich sehen wir als eines der nächsten großen Wachstumsländer für unser Konzept, weil sehr Franchise-affin, weil auch sehr Pizza- und Pasta-affin.

Wir werden in Belgien einen neuen Franchise Partner mit an Bord nehmen nächstes Jahr (2020) und wollen Länder, die sich noch an Deutschland angrenzen, mittelfristig ebenfalls entwickeln. Wie zum Beispiel in Polen, Schweden aber auch Spanien Märkte sind, wo wir uns gerne mit Franchisepartnern zusammentun würden, um auch dort L’Osteria, die beste Pizza und leckere Pasta, an den Start zu bringen.

LB:
Produktmäßig, da wollt ihr euch nicht von eurem Kerngeschäft entfernen oder das erweitern?

JS:
Also produktseitig, Pizza und Pasta, da werden wir sicherlich immer unseren Kern haben. Wir haben auch schon dieses Jahr hier und da an unseren Salaten weiterentwickelt.

Wenn man uns auch als Restauranttyp versteht und da haben wir ja schon drei Modelle. Diese klassischen großen Restaurants, die du vorhin angesprochen hast, 500/600 qm in Innenstädten, wir haben einen Freestander, sprich ein eigenes Gebäude, was wir auf eine grüne Wiese bauen können, was wir schon seit zehn Jahren, damals zum ersten Mal in Augsburg, auch in Deutschland vor allem schon, in die Multiplikation gebracht haben.

Und seit November 2018 haben wir eine „L’Osteria Piccola“, ein kleines Konzept mit 160 qm, was wir gerade noch am fine-tunen und am feilen sind, wie wir das dann auch in den Rollout bringen werden und wollen, es für uns selbst, aber auch wieder für unsere Franchisepartner.

LB:
Super! Also spannend und ich bin mal sehr gespannt, was da noch alles kommen wird. Auf jeden Fall, ich bin gerne Kunde bei euch, kann ich sagen und ich kann das alles nur unterstreichen, was du sagst. Man fühlt sich wohl, man isst gerne da und die Qualität, die stimmt.

JS:
Das freut mich zu hören, vielen Dank! Ich werde es vor allem an die Operations weitergeben.

LB:
Ja bitte, unbedingt! Also, das ist auf jeden Fall so. Johannes, bevor wir uns verabschieden: Die Schlussfragen, bist du bereit?

JS:
Yes, let’s do it.

LB:
Welches Buch hat dich als Mensch und Führungskraft am meisten geprägt?

JS:
Ich habe nicht das eine Buch, ich bin ein großer Fan von Biografien. Von Menschen zu lernen, die das eine oder andere in ihrem Leben schon gesehen und gemacht haben, hat mich immer persönlich sehr viel weitergebracht. Die Ups und Downs von erfolgreichen Menschen nachzuvollziehen und daraus für sich selbst das eine oder andere Learning mitzunehmen, finde ich unfassbar spannend. Vor allem auch die Seite, dass es da doch sehr viel mehr Täler gibt, die bestritten worden sind, ist ein, wenn man selbst mal einen schlechten Tag hat, was einen auch wieder nach vorn bringt. Auch die ganz Erfolgreichen haben schlechte Tage hinter sich gehabt und daraus Kraft geschöpft.

LB:
Dann verrat uns jetzt mal deine Lieblingsbiografie, oder zwei oder drei auch gerne.

JS:
Eine ist sicherlich die Biografie von Steve Jobs, ich glaube, da muss man nicht viel mehr sagen und die letzte, die mich auch, weil sie relativ amüsant geschrieben ist und nachhaltig beeindruckt hat, ist die Biografie von Howard Schultz, seine Starbucks-Geschichte.

LB:
Die kenne ich noch nicht, die kommt sofort bei mir auf die Leseliste. Johannes, was würdest du mit deiner ganzen heutigen Erfahrung deinem 25-jährigen Ich raten?

JS:
Folge deinem Herzen und tue was du liebst.

LB:
Sehr schön, da kann ich nichts hinzufügen, das passt perfekt und ist auch ein schöner Abschlussatz. Johannes, vielen Dank dafür!

JS:
Wunderbar, vielen Dank für die Zeit. Dankeschön!

LB:
Ja und ich wünsche dir, lieber Johannes, und euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao!

JS:
Ciao, danke!

(*) Affiliate-Link:
Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht.

Franchise-Rockstars: André Uffmann, MUNDFEIN

Franchise-Rockstars: André Uffmann, MUNDFEIN

Hallo und herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich das Franchisesystem MUNDFEIN zu Gast und zwar den André Uffmann, einen der vier Gesellschafter. Im Interview erklärt er uns, was MUNDFEIN von anderen Pizza-Lieferdiensten und -services unterscheidet, worauf sie also besonders Wert legen und wie er als späterer Gesellschafter dazugekommen ist.

André war nämlich zunächst einer der ersten Franchisenehmer und er erzählt uns, wie er dann dazugekommen ist, als Gesellschafter in das Franchisesystem einzusteigen. Ganz interessant ist es, wie MUNDFEIN seine Geschäftsführung organisiert hat, da gehen sie einen ganz interessanten und tollen Weg.

Links

Webseiten:
Webseite MUNDFEIN Pizzawerkstatt
MUNDFEIN Franchise

Filmempfehlung:
The Founder

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
AU = André Uffmann

LB:
André, schön, dass du da bist hier bei den Franchise Rockstars. Lass uns als allererstes mal an den Zahlen von MUNDFEIN teilhaben. Also was habt ihr für Franchisenehmer, wie viel Umsatz macht ihr, wie viele Mitarbeiter, wie ist euer Verbreitungsgebiet?

AU:
Ja, guten Tag. Schön, dass ich heute bei euch sein darf. Ist auch für uns eine tolle Plattform, um unser Konzept mal vorstellen zu können. Wir haben uns 2008 gegründet und haben aktuell 37 Standorte mit 30 Partnern. Des weiteren sind in den nächsten ein bis zwei Monaten vier weitere Standorte kurz vor der Öffnung. Wir hatten in 2018 einen Nettoumsatz von 19,8 Millionen Euro und erwarten für 2019 über 21 Millionen Euro.

LB:
Jetzt erzähl mal ganz kurz was über MUNDFEIN an sich. Also was sollten potenzielle Franchisenehmer über MUNDFEIN wissen? Was macht ihr denn überhaupt?

AU:
MUNDFEIN ist ein Konzept, was für Frische steht. Qualität ist für uns die erste Devise. Wir stehen dafür, dass wir frische Pastas, Pizzen und Salate kreieren und wir versuchen das möglichst beste Produkt zum Kunden zu bringen.

LB:
Ich meine an Pizzaläden, Pizzageschäften oder gerade auch solche Franchisesysteme in dem Bereich, gerade die aus Amerika natürlich, die hier nach Europa kommen, gibt es wirklich jede Menge. Wie seid ihr gerade auf die Idee gekommen, in diesen doch, würde ich mal sagen, sehr umkämpften Markt hier noch einzusteigen?

AU:
Wir wollten es anders machen. Wir haben gesehen, wie viele andere Systeme arbeiten und wir wollten diesen Frische-Aspekt hineinbringen. D.h. bei uns in den Pizza-Werkstätten wird der Teig noch frisch zubereitet. Wir kneten jeden Morgen den Teig, rollen die Teiglinge aus und verarbeiten sie zu frischen Pizzen. Bei uns werden die Saucen und Dips frisch zubereitet mit frischen Kräutern.

Wir wollten dieses Handgemachte, das Handcrafted wieder in die Läden bringen und den Leuten auch die Möglichkeit geben zu Hause gutes Essen zu bestellen. Diesen Aspekt haben wir ganz gut aufgenommen und haben das gut umsetzen können.

LB:
Wenn ihr jetzt sagt in dem Bereich Frische hebt ihr euch ab, das Verbreitungsgebiet ist noch ein bisschen dünn, mit 30 seid ihr wahrscheinlich einer der Kleinsten im Foodservice oder im Food-Bereich, was Franchisesysteme angeht. Was sollen denn jetzt potenzielle Franchisenehmer unbedingt über euch wissen und macht euch attraktiv für potenzielle Franchisenehmer?

AU:
Naja, wir haben 30 Partner und 37 Standorte. Also einen Ticken größer sind wir, aber noch sind wir natürlich nicht der Big Player, wenn man so auf Dominos, beispielsweise, guckt. Was für uns und für potenzielle Franchiseunternehmer interessant ist, das sind die Werte unseres Unternehmens. Ich denke, bevor sich ein Franchisepartner für ein Konzept entscheidet, entscheidet er sich auch aktiv für die Werte, die dieses Konzept oder die dieses Unternehmen verkörpert.

Wir stehen für ein familiäres Konzept, wir bestehen aus vier Gründern, die auch heute noch aktiv als Gesellschafter mitarbeiten, Projekte anstoßen oder auf die Bahn bringen. Wir sind extrem hilfsbereit, haben diesen Qualitätsanspruch, den ich gerade schon beschrieben habe mit unseren frischen Produkten und fordern unsere Franchisepartner natürlich auf, diese Produkte so toll zuzubereiten für den Kunden letztendlich und fördern das aber auch.

Uns ist bewusst, dass unsere Produktpalette nicht unbedingt die einfachste ist, weil man auch viel Wissen dafür braucht. Aber wir bilden unsere Partner aktiv und dauerhaft auch aus, damit sie damit gut umgehen können und eine tolle Qualität liefern können. Wir unterstützen wo wir können, uns ist Transparenz bei unseren Franchisepartnern extrem wichtig. Wir wollen, dass unsere Partner gemeinsam mit uns auf die Reise gehen und das Unternehmen auch aktiv mitentwickeln. Wir freuen uns über jeden Input und versuchen den auch mit einzubinden.

Mittlerweile kann man natürlich auch sagen wir sind jetzt seit über 10 Jahren am Markt. Man kann schon sagen, dass wir es mittlerweile geschafft haben, uns erfolgreich und professionell aufzustellen. Wir haben Erfahrungen sammeln können und sind immer noch sehr praxisnah geblieben. Also wir wissen mittlerweile auch wovon wir reden. Wir sind ein motiviertes Team und geben diese Motivation natürlich auch an unsere Franchisepartner täglich weiter und freuen uns über den offenen und ehrlichen Austausch.

LB:
Jetzt hast du ja auch eine ganz interessante Historie in dem System, du warst ja gar nicht direkt bei der Gründung dabei. Erzähl doch mal, wie du als Gesellschafter zu MUNDFEIN gekommen bist.

AU:
Ja, das ist tatsächlich so. Ich bin erst seit mittlerweile vier Jahren als Gesellschafter dabei, bin ursprünglich gestartet als ganz klassischer Franchisepartner. Ich habe damals, als MUNDFEIN gegründet wurde, relativ schnell den zweiten MUNDFEIN Laden überhaupt aufgemacht. Der war damals im Norden von Deutschland, nördlich von Hamburg. Ich habe relativ schnell Laden zwei und drei aufgemacht und hab mich erstmal als Franchisepartner bewiesen und meine Läden hoch gebracht.

Und irgendwann habe ich die Chance gehabt als Gesellschafter einzusteigen, habe einen der Gesellschafter ausgelöst und seine Position eingenommen. Ich bin jetzt bei uns im Bereich der Gebietsanalysen und der Betreuung von Franchisepartnern vor Ort verantwortlich. Tipps, Tricks und Kniffe, die man in der Gastronomie so braucht, das ist so mein Steckenpferd.

LB:
Und wie teilst du deine Arbeit auf? Also du hast mehrere, du bist Multi-Unit Franchisenehmer, wenn ich das jetzt richtig verstanden hab. Wie viele Läden hast du genau?

AU:
Ich habe drei.

LB:
Okay wie teilst du das auf? Wie viel Arbeit hast du noch als Franchisenehmer und wie viel Arbeit investiert du in die Zentrale?

AU:
Das kann man gar nicht so genau sagen. Ich musste mich natürlich umstrukturieren. Also wenn ich mir unsere Franchisepartner jetzt im System angucke, wir haben ja auch mittlerweile einige Multi-Unit Besitzer, die müssen sich natürlich ähnlich aufstellen wie ich. Der Single-Unit Besitzer einer Filiale ist natürlich aktiv im Geschäft und arbeitet mit. Das kann ich nicht mehr gewährleisten.

Ich hab mir über die Jahre ein Team aufgebaut, das mir den Rücken stärkt. Qualitätsmanager und Controller die mir zuarbeiten und mich mit Informationen versorgen. So dass, falls Probleme bei mir auftreten oder Störfeuer sind, die natürlich in jedem Unternehmen auch auftreten, damit ich diese schnell zugetragen bekomme und wir entsprechend agieren können. Ich lebe also letztendlich von meinem Team.

LB:
Ist ganz interessant, weil ich das jetzt schon das zweite Mal habe, dass wirklich Franchisenehmer in die Zentrale, also erfolgreiche Franchisenehmer, so wie du auch einer bist, in die Zentrale eingestiegen sind. Bei MRS.SPORTY ist das auch so, tolles Konzept wie ich finde.

AU:
Schön.

LB:
Jetzt würde mich mal interessieren: Ihr seid auf Expansion aus, klar. Was müssen denn jetzt gute Franchisenehmer für euch mitbringen? Wo sucht ihr nach bei den Franchisepartnern?

AU:
Wenn ich Gespräche mit potenziellen Franchisepartnern führe, dann ist für mich natürlich wichtig, dass ich irgendwie das Feuer in deren Augen sehe. Mir ist wichtig, dass sie Unternehmergeist haben, dass sie Lust auf Erfolg haben. Teamfähigkeit ist ganz wichtig, habe ich ja gerade schon beschrieben. Man braucht einfach ein starkes Team und muss in der Lage sein, Menschen hinter sich zu bringen und dass man in dieselbe Richtung schwimmt. Uns ist natürlich auch wichtig, dass gewisse kaufmännische Grundkenntnisse vorhanden sind, weil heutzutage kann man einen Laden ohne gewisse Kennzahlen, die man im Blick hat, ich sag mal Stichwort Personalkosten oder Wareneinsatz nicht führen. Das sind alles Indikatoren die wichtig sind, um eine Filiale auch erfolgreich und rentabel zu führen und auch ans Maximum zu bringen.

Dann ist uns sehr wichtig, dass unsere Partner oder potenziellen Partner sich zu 100% auf das Konzept MUNDFEIN konzentrieren. Wir haben schon bereits Erfahrungen sammeln können mit Investoren oder auch mit Partnern, die noch einen Teilzeitjob oder Vollzeitjob nebenbei hatten, wenn man das so ausdrücken kann. Das ist in der Regel nicht so erfolgreich wie die Leidenschaft, wenn man sich zu 100% auf das Konzept konzentriert.

Zudem verlangen wir von unseren Partnern das Einverständnis für ein dreimonatiges Franchisepartner-Ausbildungsprogramm. Das sieht folgendermaßen aus: Bei uns ist es so, dass ein Part bei uns zentralseitig stattfindet. Da werden die Partner geschult in organisatorischen Abläufen, wie funktioniert unser Bestellsystem. Der größte Part ist dann tatsächlich in den Filialen, wo der Partner letztendlich von der Pike auf und von A bis Z lernt: Wie funktioniert das ganze Thema Pizza? Wie leben wir das Thema Pizza? Wie bereiten wir sie zu? Wie stellen wir den Ofen ein und wie schließen wir die Tür zu? Also er lernt sozusagen die Schliffe in dieser Phase, um einen Laden mit guten und ruhigen Gewissen aufzumachen.

Und mir ist immer wichtig oder uns ist wichtig, dass der Partner Freude an gutem Essen und qualitativ hochwertigen Essen hat. Denn diese Produktpalette wollen wir bieten und unsere Kunden damit erfreuen.

Dann gibt es natürlich auch noch ein paar harte Fakten die wichtig sind, damit man überhaupt einen MUNDFEIN-Laden eröffnen kann, denn eine Eröffnung kostet Geld. Bei uns liegt ein Invest so zwischen 160.000€ und 200.000€, das hängt immer so ein bisschen mit der Beschaffenheit der Fläche zusammen und mit dem Konzept, das wir darin umsetzen wollen. Die Größe des Ladens spielt dabei eine Rolle, sprich möchte der Franchisepartner sein Bistro-Restaurant-Anteil groß gestalten, um auch viele Abholer und auch Restaurantgäste oder Inhousegäste zu bewirtschaften? Wie ist die Beschaffenheit der Fläche an sich? Ist es ein Neubau, ist es ein Altbau? Das sind natürlich alles kostentreibende Faktoren und die müssen berücksichtigt werden und dafür brauchen wir von unseren Partnern aus Erfahrungswerten ein Eigenkapital von 40.000€. Das kann natürlich variieren, je nachdem wie ein Partner schon bei seiner Hausbank im Standing ist, aber im Regelfall haben wir die besten Erfahrungen gemacht mit 40.000€.

LB:
Seid ihr dann eher aus auf die Unternehmer, die hinterher vielleicht auch so wie du Multi-Unit, also mehrere Pizzerien führen, oder ist euch der lieber, der wirklich mit Herzblut da steht und jeden Morgen seinen Teig knetet? Was präferiert ihr da?

AU:
Multi-Unit Besitzer heißt ja nicht unbedingt, dass man nicht mehr in seinem Pizzawerk stehen muss. Das ist jetzt durch die Funktion, die ich belege einfach eine Sonderlösung. Ich würde mir manchmal wünschen, dass ich mehr Zeit hätte bei mir in den Läden zu stehen, weil das Nah-bei-den-Mitarbeitern-Sein, Nah-am-Kunden-Sein, das ist unersetzbar. Deswegen kann ich jetzt nicht sagen, dass ich mir den Multi-Unit Besitzer vor dem Einzelladenbesitzer wünsche, das ist nicht der Fall. Also ich freue mich über beides und das liegt ja auch daran, welche Wünsche und Träume der einzelne Franchisepartner hat. Es gibt Partner, die sind schlichtweg ganz zufrieden mit einem Laden und sagen das ist ihr Baby und darum mögen sie sich kümmern. Und es gibt Leute, die haben den Drive und sagen wir möchten gerne einen, zwei oder drei Läden haben.

LB:
Das macht ihr also dann wirklich von den Franchisenehmern, wie sie das dann auch wünschen, abhängig. Schön! Gibt es denn unterschiedliche Arten von Franchise Lizenzen die ihr anbietet? Wir hatten ja im Vorfeld gesagt, dass ihr gerade mit einem Partner in Lübeck da dran seid. Kauft man dann in der Region oder ist es immer pro Geschäft?

AU:
Nein, im Regelfall startet erstmal jeder bei uns in den Gesprächen und wir unterhalten uns über die erste MUNDFEIN Filiale. Häufig ist es so, dass in Gesprächen die Franchise Partner den Wunsch äußern, mehrere Läden zu machen, also ein Multi-Unit Konzept anstreben. Das unterstützen wir auch natürlich unter bestimmten Voraussetzungen.

Also erstmal analysieren wir das Gebiet für das sich der Franchisepartner interessiert. Wenn in diesem Gebiet mehrere Standorte möglich sind, teilen wir ihm das auch mit. Für uns ist immer wichtig, wenn jemand das Ziel hat in den Multi-Unit Bereich zu gehen, dann ist es für uns wichtig, dass die Läden nah beieinander sind. Die Erfahrung haben wir einfach gemacht, wenn Units zu weit auseinander liegen, dann vernachlässigt man den einen Standort wahrscheinlich mehr als den anderen, weil man vielleicht nicht so oft hinfährt. Deswegen achten wir schon darauf, dass die Läden alle zusammen sind. Meine drei Läden sind zum Beispiel alle innerhalb von 10 Kilometern.

LB:
Kann ich mir vorstellen, das ist garantiert sehr wichtig. Gerade bei dem Qualitätsanspruch und dem Frischeanspruch, den ihr da auch habt. Qualität, gutes Stichwort. Was macht ihr denn zur Qualitätssicherung? Wenn ihr sagt Frische ist bei uns Qualität, auch die der Zutaten ist uns wichtig. Was macht ihr für die Qualitätssicherung?

AU:
Zum ersten ist es so, dass unsere Franchisepartner wirklich gut ausgebildet sind. Ich habe ja diese dreimonatige Einarbeitungszeit angesprochen. Die ist essentiell wichtig, damit man überhaupt erstmal von Tag Null aus mit einem guten Know-How startet und weiß, wie funktioniert MUNDFEIN und wie produzieren wir vor allem unsere guten Sachen.

Des Weiteren haben wir natürlich über die Jahre ein Franchise Handbuch erarbeitet, was unsere Partner in die Hand bekommen. Das immer wieder aktualisiert wird und wo letztendlich von A bis Z alles drin steht. Da sind Hinweise, wie wir mit den Lebensmitteln umgehen, wie die Pizzen richtig belegt werden. Also Dinge natürlich auch, die in dieser Einarbeitungsphase thematisiert werden, aber da nochmal zum Nachlesen für den Franchisepartner, um sich nochmal in der Materie firm zu machen.

Wir bieten außerdem natürlich regelmäßig Workshops an in allen möglichen Themen. Also Küchenthemen oder auch Teigthemen, Schulungen mit unserem Teig. Ich hab ja im Vorfeld erzählt, dass unser Teig ein bisschen komplizierter ist als andere. Die werden bei uns frisch in den Stores zubereitet und da ist natürlich ein Know-How vorhanden. Das frischen wir regelmäßig durch so genannte Teig-Workshops zum Beispiel auf.

Dann bieten wir als Möglichkeit den Austausch zwischen Franchisepartner und Lieferant. Das passiert entweder auf Tagungen, die wir veranstalten oder der Lieferant und der Franchisepartner treffen sich auch direkt, um einfach auch mal die Ist-Situation miteinander besprechen zu können. Vielleicht auch mal Probleme oder Stolpersteine zu thematisieren und aus dem Weg zu räumen.

Was wir auch zentralseitig noch machen sind die sogenannten Store Checks. Wir haben Mitarbeiter, die von unserer Zentralseite in regelmäßigen und unregelmäßigen Abständen in die Filialen fahren und anhand einer Ausgabe der Checkliste die Stores bewerten. Und zwar in Sachen Hygiene, Produktpräsentation, Mitarbeiterfreundlichkeit, etc. Eigentlich wird der Betrieb von A bis Z einmal durchleuchtet.

Der Franchisepartner bekommt danach eine ausführliche Auswertung, sieht in welchen Bereichen er sehr stark ist und sieht auch die Bereiche, wo vielleicht auch noch Nachholbedarf ist. Dann bekommt er die Möglichkeit, sich in diesen Bereichen mit den Thematiken auseinanderzusetzen, diese abzustellen. Wir machen dann ein Follow-Up, checken, ob die Dinge jetzt besser sind und so bekommt er auch ein gutes Feedback auch mal von außen.

Um das Thema Produktqualität auch im speziellen Fall zu beleuchten, machen wir in regelmäßigen Abständen sogenannte ‘Mystery Shoppings’. Da bewerten reelle Kunden unsere Produkte nach Optik, Geschmack, wie war der Lieferant, wie wurde die Bestellung aufgenommen. Diese Qualitätsmerkmale spiegeln wir dann auch an unsere Franchisepartner weiter, so dass er einen guten Allround-Blick bekommt, wie es bei ihm in der Pizzawerkstatt läuft.

LB:
Okay super, hört sich nach einem schlüssigen Konzept an. Eine Sache ist mir gerade noch eingefallen: Lieferdienst. Ihr verkauft auch viel über Lieferservices, wie ist denn der Anteil? Wie viel wird ausgeliefert? Wie viel wird abgeholt oder im Restaurant gegessen, prozentual?

AU:
Bei uns ist das mittlerweile ich sag mal so 70/30. 70% Lieferung, vielleicht 75% Lieferung, wobei der Restaurant-Anteil und der Abholer-Anteil immer schöner oder immer mehr wird. Das liegt daran, dass wir das auch forcieren, dass Leute bei uns vorbeikommen und uns auf die Finger gucken können. Wir haben schon immer ein Open Kitchen Konzept gehabt, wo die Leute die Möglichkeit hatten, während sie gewartet haben und abgeholt
haben, uns auf die Finger zu gucken, wie wir produzieren und was wir produzieren. Die Lieferung ist, na klar, unser Kerngeschäft und das soll es auch bleiben. Aber wir freuen uns auch genauso, wenn sich Kunden bei uns in der Filiale vorbeitrauen und bei uns ihre Mittagspause verbringen. Oder auch einfach abholen.

LB:
Elf Jahre Franchisesystem. Viele Höhen, viele Erfolge garantiert gefeiert, aber garantiert auch die eine oder andere Herausforderung. Was war denn die größte Herausforderung, der ihr euch stellen musstet und was habt ihr daraus gelernt?

AU:
Als Unternehmer hat man immer Herausforderungen und die begleiten einen ständig. Das sind immer neue Herausforderungen. Es gab natürlich Herausforderungen, die das Konzept MUNDFEIN hatte, gerade auch in der Anfangszeit. Wir haben vorhin darüber gesprochen, dass der Ursprung der Gründung von uns vier Gesellschaftern ausging und am Anfang hat man versucht, und hat das natürlich auch erfolgreich hinbekommen, das Filialwachstum aus eigener Kraft umzusetzen. Ab einem bestimmten Punkt und ab einer bestimmten Unternehmensgröße und Franchisepartneranzahl wird das natürlich auch schwieriger.

Also wir haben tatsächlich als Gesellschafter abends um 22 Uhr das Telefonat von einem Franchisepartner entgegen genommen, wenn das Kassensystem abgestürzt ist. Wie gesagt, ab einer bestimmten Filialgröße kommt man da an seine Kapazitätsgrenzen. Somit haben wir uns irgendwann entschieden eine Zentrale aufzubauen mit kompetenten
Mitarbeitern. Wir haben eine Fremdgeschäftsführung implementiert und dieser Schritt war sehr aufwendig. Aber sehr gut und wir haben mittlerweile ein tolles Team, das fantastische Arbeit leistet und von unseren Franchisepartnern sehr geschätzt werden und die einen guten Job machen.

LB:
Also ihr habt eine externe Geschäftsführung. Die Gesellschafter sitzen gar nicht in der Geschäftsführung?

AU:
Nein.

LB:
Wow, das ist, würde ich sagen, sehr außergewöhnlich aber auch garantiert sehr gut, kann ich mir vorstellen.

AU:
Für uns war das der richtige Schritt, weil wir als Gesellschafter die Möglichkeit hatten uns auch wirklich auf Projekte zu konzentrieren und die nach vorne zu schieben, ohne vom täglichen Tagesgeschäft abgelenkt zu werden. Das ist natürlich toll von außen immer den Blick auf das Unternehmen zu haben.

LB:
Nach dem Motto “Am und nicht im Unternehmen arbeiten.”

AU:
So sieht es aus.

LB:
André, bevor wir zu den Schlussfragen kommen: Lass uns mal ganz kurz an der Zukunft oder an eurer Zukunftsvision teilhaben. Welche Projekte sind von MUNDFEIN in der Zukunft zu erwarten?

AU:
Also klar, wir haben als Franchisekonzept den Wunsch, dass unser Konzept weiter wächst. Für uns ist dabei, wie du vorhin auch schon rausgehört hast, organisches Wachstum wichtig. Wir wollen gesund wachsen mit tollen Franchisepartnern, das ist uns in erster Linie wichtig. Wir haben natürlich Expansionsziele in bestimmten Regionen. Das Rhein-Ruhrgebiet ist bei uns im besonderen Fokus aber auch Berlin oder der Münchener Raum sind tolle Gebiete, wo wir uns Filialen von MUNDFEIN gut vorstellen können.

Wir haben natürlich auch das eine oder andere Projekt, wo ich jetzt hier nicht drüber reden kann. Da würde ich auch gerne, dass die Leute noch eine Überraschung haben, wenn wir damit launchen und das auf den Markt bringen.

Worüber ich reden kann, ist, dass wir kurz davor sind ein neues Bistrokonzept zu launchen. Das haben wir gerade schon kurz angeschnitten, dass wir immer mehr Kunden haben, die sich in die Filiale trauen und bei uns essen oder abholen. Wir wollten ein Schritt dahin gehen, dass unsere Bistrobereiche einladend sind, Wohlfühlcharakter haben, modern und frisch wirken und den Leuten Lust darauf geben, sich bei uns aufzuhalten und uns zuzuschauen.

LB:
Interessant, da bin ich mal sehr gespannt. Ich freue mich auch, wenn die ganze Sache mal hier ins Rheinland kommt, weil hier seid ihr ja noch nicht so stark vertreten. Das werde ich auf jeden Fall dann mal testen.
André, vielen Dank bis hierhin! Kommen wir zu den Schlussfragen, bist du bereit?

AU:
Ich bin bereit.

LB:
Wunderbar. Welches Buch hat dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt?

AU:
Da muss ich dir sagen, ich bin nicht unbedingt eine Leseratte. Das liegt nicht daran, dass ich kein Interesse an Büchern habe oder Themen, die behandelt werden. Es gibt ganz tolle Bücher. Ich bin eher das Problem, wenn ich ein Buch anfange zu lesen, fange ich auch mit Begeisterung an zu lesen. Bekomme irgendwann Hummeln im Hintern, konzentriere mich auf andere Dinge, lege das Buch wieder zur Seite. Meist fällt mir dann der Einstieg recht schwer wieder das Buch in die Hand zu nehmen, ohne nochmal alles von vorne lesen zu müssen.

Ich kann dir aber sagen, dass ich letztens einen super Film geguckt habe, von dem es auch ein Buch gibt. Das ist ein Netflix-Film, heißt ‘The Founder’. Er behandelt die ganze Thematik rund um McDonald’s, wie McDonald’s entstanden ist, welche Herausforderungen da waren. Klasse Film, den kann ich empfehlen.

LB:
Das Buch ist auch klasse, vor allen Dingen, weil er es selber geschrieben hat. Wenn man beides gelesen und gesehen hat, sind da doch große Diskrepanzen. ‘The Founder’ ist, glaube ich, ein bisschen objektiver und das Buch ist von ihm selber, das ist dann doch etwas subjektiver würde ich sagen. Aber wirklich ganz klasse und ist auch am meisten hier bei den Franchise Rockstars genannt, klar.

Was würdest du denn mit deiner ganzen Erfahrung, mit deiner heutigen ganzen Erfahrung, deinem 25-jährigen Ich raten?

AU:
Ich bin jetzt noch nicht so weit weg von 25, ich bin erst 34.

LB:
Immerhin neun Jahre.

AU:
Ich kann mich noch ganz gut erinnern, als ich in dem Alter war. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch in meinen drei Pizzawerkstätten gestanden. Ich habe relativ früh für mich erkannt, man redet immer von Work-Life-Balance, dass das ein absolut wichtiges Thema ist. Für mich war Familie und Freunde immer ein sehr wichtiger Bestandteil, trotz meines intensiven Berufslebens.

Ich habe für mich schon recht früh festgestellt, dass Erfolg ein gesunder Ausgleich ist zwischen Privatem, also Familie, und Freunde und Arbeit und man so sein Leistungsmaximum tatsächlich am besten erreichen kann. Deswegen kann ich gar nicht sagen, dass ich so viel falsch gemacht habe oder so viel richtig gemacht habe. Das ist mir in Erinnerung geblieben, dass ich damit sehr gut gefahren bin. Das sehe ich bei vielen meiner Freunde, die ich heute sehe, die sagen, sie hätten diese Möglichkeiten mit 25 vielleicht auch ganz gerne gehabt.

LB:
Das glaube ich. Als Unternehmer kann man sich das dann etwas besser aussuchen, wenn man es denn möchte. Gelingt ja auch nicht unbedingt allen. Ich sage auch nicht Work-Life-Balance, mein Begriff da ist Work-Life-Integration. Man muss ja irgendwie alles miteinander integrieren.

AU:
Das muss klappen, genau.

LB:
Super André. Vielen vielen Dank, du hast uns einen guten Einblick in das Franchisesystem MUNDFEIN gegeben, danke dafür!

AU:
Ich danke euch!

LB:
Und lieber André, dir und euch natürlich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao!

AU:
Tschüss!

Franchise Rockstars: Ingo Huppenbauer, fitbox

Franchise Rockstars: Ingo Huppenbauer, fitbox

Herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach und ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich den Ingo Huppenbauer zu Gast. Ingo ist Gründer und Inhaber der fitbox. Die fitbox ist eines dieser EMS-Studios, also Fitnessstudios und was man genau damit verbindet oder was dahinter steht, verrät uns Ingo in diesem Interview. Er erklärt uns auch, wie sie es erstmal als reines Filialsystem versucht haben und wie dann der Umstieg hin zu einem Franchisesystem gelungen ist. Ganz wichtig: Es gibt einige EMS-Anbieter am Markt und er erklärt uns auch den genauen Unterschied zu diesen. Also was die fitbox von ihren Mitbewerbern oder Marktbegleitern unterscheidet.

Links

Webseite:
fitbox
fitbox Franchising

Buchempfehlung(*):
Shoe Dog von Phil Knight

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
IH = Ingo Huppenbauer

LB:
Ingo, schön, dass du da bist! Freut mich wirklich sehr! Lass uns erstmal an den aktuellen Zahlen von der fitbox teilhaben. Also wie viele Franchisenehmer habt ihr? Was macht ihr für einen Umsatz? Wie viele Mitarbeiter habt ihr so in Deutschland und ihr seid ja auch in Österreich aktiv.

IH:
Hallo Lars! Erstmal vielen Dank für deine Einladung. Das waren gleich mal eine ganze Menge an Fragen für den Start.

LB:
Da musst du dich bei mir dran gewöhnen.

IH:
Da fange ich dann chronologisch an. Also 2011 habe ich die fitbox gegründet. Das war damals noch nebenberuflich, sozusagen als Hobby. Die Hauptbeschäftigung war Unternehmensberatung zu machen und 2012 hab ich meinen heutigen Partner Björn Schultheiss in die Firma reingeholt. Er war zu dem Zeitpunkt in der Geschäftsleitung bei McFit, hat die Themen Marke und Kommunikation verantwortet und ich hab ihm damals einen Vorschlag gemacht, von Europas größter Fitnesskette in die wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt kleinste Fitnesskette zu wechseln. Weil, wir hatten gerade mal einen Standort und eine Handvoll Kunden.

Dann haben wir das quasi auch beide zusammen als nebenberufliches Projekt, weil der Herr Schultheiss dann auch in die Unternehmensberatung Vollzeit gewechselt ist, erstmal für uns als unternehmerische Erfahrung als Hobby aufgesetzt. Haben dann eigentlich festgestellt, über die Eröffnung von weiteren Läden, haben sehr viel an unserem Modell optimiert, weiterentwickelt und verbessert…

LB:
Aber Ingo, wenn ich kurz einhaken darf, zu den Zahlen kommst du noch, nach denen ich gefragt habe?

IH:
Komm ich sofort, natürlich. Wir haben dann 2016 entschieden, das Wachstum über Franchising loszutreten. Seitdem haben wir jetzt 50 Franchisepartner im System aufgenommen. Wir haben 80 Standorte, ca. 320 Mitarbeiter in den Studios und mittlerweile in der Systemzentrale ca. 10 Millionen Euro Nettoumsatz, 12.000 Mitglieder und nach unseren Aufzeichnungen haben wir 1,3 Millionen Probetrainings absolviert in unserer Zeit, seitdem es uns gibt.

Ich hätte da auch noch ein paar andere spannende Parameter. Wir haben so eine ganz schlaue Abteilung, die auch immer trakt. Und unseren Berechnungen nach haben unsere Kunden 26.000 Kilogramm Muskeln aufgebaut, 509 Millionen Kilokalorien verbrannt und 48.700 Kilogramm Fett abgebaut.

LB:
Das sind ja super Zahlen, klasse! Also ihr trakt wirklich alles, also typisches Start-Up, sehr zahlenfixiert. Klasse, find ich ganz ganz toll. Jetzt habe ich dich so ein bisschen unterbrochen, tut mir auch leid. Das war jetzt nicht böse gemeint.

Wie ist denn so die Idee zu der fitbox entstanden? Also, wo kommst du her, dass du so ein Fitnessstudio aufbauen wolltest und vor allen Dingen würde mich auch interessieren: Wie habt ihr dann die Idee oder den Sprung geschafft zum Franchising? Weil, wenn dein Partner von McFit kommt, McFit ist ja kein Franchisesystem. Wie ist denn da die Idee dazu entstanden, das als Franchisemarke aufzubauen?

IH:
Vielleicht nur kurz bei der Grundidee angefangen. Die Grundidee war mein persönliches Problem. Ich war in der Zeit als Unternehmensberater viel unterwegs, viel auf Reisen, in Hotels, lange Arbeitszeiten, keinen strukturierten Alltag und da war es für mich einfach wahnsinnig schwer das Thema Fitness für mich zu integrieren in den Alltag.

Ich war zwar Mitglied im Fitnessstudio, aber ich hab es, wenn überhaupt, sehr spät abends erst geschafft und wenn, hatte ich dann schon gar nicht mehr die Kraft, wirklich gut zu trainieren. Durch meine Tätigkeit jetzt in der Unternehmensberatung hatte ich auch Zugang zu sehr viel Studienmaterial und Analysen. Ich hab dann festgestellt, dass es eben nicht nur mir so geht, sondern auch einem ganz großen Teil der Bevölkerung beziehungsweise Kunden in Fitnessstudios, dass die meisten ihre Ziele nicht erreichen.

Von der Logik, warum ist das so? Ist eigentlich relativ einfach, die erste Herausforderung für Mitglieder in Fitnessstudios ist überhaupt mal hinzugehen. Ein anderer Grund zu scheitern ist, dass dann die meisten der Mitglieder gar nicht wissen, wie Training richtig funktioniert oder sie schaffen es nicht einen trainingsrelevanten Impuls zu setzen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Ansatz klassische Fitnessstudios anzubieten, dass die eigentlich gar kein originäres Interesse haben, dass die Kunden ihre Ziele erreichen, sondern sie befinden sich in einer Art Raumvermietungsbusiness. Das heißt, die mieten selber einen Raum an, stellen Geräte rein und verkaufen quasi Zugangsberechtigungen. Ja und sie freuen sich über die Kunden, die eine Mitgliedschaft haben, aber nicht zum Training kommen. Da gibt es sogar einen Begriff, das sind die sogenannten Schläfer. Die klassischen Fitnesstudios sagen, umso mehr Schläfer ich in meinem Business habe, umso besser ist das für mich.

LB:
Okay und das wolltest du mit der fitbox jetzt anders machen?

IH:
Genau, das wollte ich definitiv beenden und dann war eben der Ansatz zu sagen, es ist an der Zeit Fitness ganz neu zu denken. Da war der Anspruch eben ein großer Anspruch und zwar, zu versuchen ein Studioformat zu etablieren, wo der Kunde die größte Wahrscheinlichkeit hat seine Ziele zu erreichen. Das Rezept dazu ist relativ einfach und zwar der erste Schritt ist, dass jedes Training bei fitbox mit Terminen passiert. Das heißt, der Kunde hat einfach regelmäßig in der Woche seine Termine und dadurch ist die Verbindlichkeit auch eine ganz andere.

Man kennt es selber von sich, wenn man einen Frisörtermin hat, geht man hin, zum Arzttermin auch. Aber wenn ich sage, ich gehe diese Woche mal zum Sport, wird es bei den meisten halt schon schwer. Das heißt, das erste Geheimrezept: Immer mit Termin. Dann müssen die Trainingseinheiten sehr kurz und hoch intensiv sein. Bei uns sind die nur zwanzig Minuten lang.

Jedes Training wird von einem Personaltrainer begleitet, der sicherstellt, dass die Übungen richtig gemacht werden, dass die richtigen Übungen für den jeweiligen Kunden gemacht werden und natürlich auch, dass die Motivation hoch bleibt und ein intensives Training stattfinden kann. Und schlussendlich wird das Ganze noch abgerundet durch den Einsatz der EMS-Trainingstechnologien. Das ist quasi der Booster für den Trainingserfolg.

LB:
EMS, ich kenn das jetzt mittlerweile, kannte es aber auch bis vor einem oder anderthalb Jahren noch gar nicht. Vielleicht erklärst du mal den Zuhörern, was EMS überhaupt ist, was man darunter versteht.

IH:
Ja, EMS steht für E für elektrisch, M für Muskel und S für Stimulation. Man kann es sich so vorstellen, dass jede Bewegung im Körper über elektrische Impulse getriggert wird, also eigene körperliche, elektrische Impulse. Und diese Idee wird nur weiter gedacht und so kommt beim EMS-Training einfach, dass man zu klassischen, normalen Übungen elektrische Impulse von außen zuführt, die dieses Training dann unterstützen und vorallem verstärken.

Der ein oder andere Zuhörer hat vielleicht auch schon im Fernsehen oder in irgendwelchen PR-Artikeln so Trainierende mit schwarzen Westen gesehen. Mit diesen Westen werden dann die Ströme an die Hauptmuskelgruppen übertragen. Da gibt es dann noch so Stripes dazu, die Beine und Arme anreichern. Das ist quasi der Booster, der Turbo für das Training.

LB:
Das hört sich ja gefährlich an, aber diese Sorge kannst du ja nehmen. Das ist auch wissenschaftlich erwiesen und sogar Hochleistungssportler nutzen diese Technologie.

IH:
Ja, mittlerweile ist EMS-Training zwar im Bereich Breitensport noch relativ neu, aber die Anwendung im medizinischen Bereich, im Leistungssport oder in der Physiotherapie gibt es schon seit über 40 Jahren. Das ganze EMS-Training wird natürlich auch begleitet von zahlreichen Studien, die Wirksamkeit, aber auch natürlich die gute Verträglichkeit im Leben.

Und wenn du dich jetzt vielleicht fragst als Zuhörer: Ist das vielleicht etwas für mich? Dann kann ich sagen, EMS-Training ist immer die perfekte Lösung für Menschen, die weniger am Weg interessiert sind. Das heißt, die nicht sagen, ich will jetzt mit meiner Elfer Fußballmannschaft jedes Wochenende eine tolle Zeit erleben, sondern die sagen, ich geh zum Sport, um in kurzer Zeit mein Output zu bekommen. Das heißt, sie gehen wegen dem Ergebnis zum Sport.

LB:
Und das steht da im Vordergrund. Jetzt ist es so, dass es einige EMS-Anbieter auf dem Markt gibt, sogar als Franchisesystem gibt es ein paar. Jetzt würde mich mal interessieren, was unterscheidet denn da die fitbox von den anderen EMS-Anbietern?

IH:
Wie du schon sagst, gibt es ein paar Anbieter auf dem Markt. Die meisten Anbieter fokussieren sich auf das Thema Krafttraining und das ist grundsätzlich auch nicht schlecht, weil das Krafttraining mit EMS-Unterstützung einfach hervorragend funktioniert. Auch im Markt ist eher üblich, dass das Krafttraining statisch absolviert wird, das heißt, dass relativ Bewegung dazu passiert.

Unsere Praxiserfahung oder in unserem Alltag haben wir eigentlich festgestellt, dass das uns zu wenig ist. Deshalb betten wir das EMS-Training in einen funktionalen Bewegungsablauf ein, das heißt, da passieren ganz normale Bewegungsabläufe und die elektrischen Impulse unterstützen nur den Trainingseffekt.

LB:
Und wie unterscheidet ihr euch als Franchisesystem von den anderen Franchisesytemen die EMS-Training anbieten?

IH:
Ja, vielleicht eine Ergänzung dazu, dass wir eben nicht nur das Krafttraining anbieten sondern auch Cardiotraining haben. Das ist eine Unterscheidung zu eigentlich allen anderen Franchisesystemen im Markt. Bei uns ist es auch möglich wirklich sehr gezielt Fett abzubauen. Das kann man sich so vorstellen, man geht auf so einen Stepper und kriegt dann noch einmal andere Impulse, die dann den Stoffwechsel nochmal sehr stark anregen. Da kann man in kurzer Zeit einfach tolle Ergebnisse beim Fettabbau bekommen.

Und dann natürlich die wichtige Sache für uns, dass wir nicht nur Kraft- und Cardiotraining anbieten, sondern das ganze über passende Ernährungsprogramme abrunden, die individuell auf den Kunden zugeschnitten sind. Denn nur, wenn man auch ernährungsseitig sich dem Training anpasst, dann werden Ergebnisse nach außen auch sichtbar.

Und schlussendlich natürlich auch das Tracking, das heißt, sichtbar machen der Veränderung ist genauso wichtig wie die Veränderung an sich und da haben wir auch einen Standardprozess und deshalb kann man sagen, mit fitbox wird der Kunde wirklich ganzheitlich beraten mit einem sehr ganzheitlichen Ansatz und das ist auch der Unterschied zu den anderen EMS-Anbietern im Markt.

LB:
Okay, dieser ganzehitlicher Ansatz, also von der Ernährung über die Bewegung, Cardio wie auch Muskelaufbau, habe ich verstanden, wunderbar. Was sollten denn jetzt potentielle Franchisenehmer, die hier ja auch zuhören, das weiß ich auch von den zahlreichen Zuschriften, die ich da bekomme, wo immer gesagt wird: Lars, jetzt interview doch mal das oder das Franchisesystem, da würde ich auch mal gerne was drüber wissen, was sollten denn solche potentiellen Franchisenehmer unbedingt jetzt über die fitbox wissen?

IH:
Das ist natürlich eine gute Frage, eine große Frage, aber ich möchte sie vielleicht mal ein bisschen philosophisch beantworten. Wir bei fitbox glauben sehr stark an den Satz: Nichts macht erfolgreicher als andere erfolgreich zu machen. Das ist eigentlich relativ einfach, weil wir betreiben ja Fitnessstudios und unsere Franchisepartner machen das gleiche in unserem Namen. Wenn die hinbekommen, dass ihre Kunden ihre individuellen Ziele erreichen, ob es jetzt Kraftaufbau ist oder ob es Fett abnehmen ist, ob es Leistungssteigerung ist oder sich einfach nur besser zu fühlen, das ist egal.

Also, wenn die es schaffen ihre Kunden zu ihren Zielen zu bringen, dann sind schlussendlich die Kunden zufrieden, bleiben lange als Kunden erhalten und empfehlen aber auch vielen Neukunden das Studio. Wenn ich diesen Gedanken mal fortspinne auf die Franchiseebene, funktioniert es da ähnlich. Wenn wir es schaffen ein Modell aufzusetzen, bei dem unsere Franchisepartner ihre Ziele erreichen, das heißt, erfolgreich am Markt bestehen zu können, dann passiert das gleiche.

Der Franchisepartner ist zufrieden, er bleibt uns lange erhalten, er macht vielleicht einen zweiten, dritten, vierten Standort auf und empfiehlt seine Freunde und um einen neuen Standort eben auch einzusteigen. Deshalb ist uns dieser Satz eben so wichtig, weil wenn diese Überzeugung gelebt wird und geschafft wird, das umzusetzen, dann kann man natürlich als Gesamtsystem seinen Erfolg gar nicht mehr aufhalten.

LB:
Okay. Schöner Ansatz, auf jeden Fall sehe ich das auch so. Was ist denn jetzt für potenzielle Franchisenehmer noch wichtig? Zum Beispiel, was für ein Invest brauche ich? Was für einen Hintergrund, was für einen Background brauche ich? Muss ich irgendwie eine Trainerlizenz haben? Muss ich Sport studiert haben? Was ist da denn noch wichtig?

IH:
Grundsätzlich kann man sagen, dass wir im System offen sind für unterschiedliche Franchisepartner. Oder, dass wir natürlich jetzt auch bei denen, die wir haben, ganz genau analysieren können, was die erfolgreichen Partner sind und was zeichnet sie aus? Wir haben so für uns drei Kategorien definiert an Partnern. Einmal ist das der Typus der Angestellte als Einsteiger, der in dem Bereich, wo er davor schon tätig war, schon seine erste Karriere absolviert hat, viel gelernt hat, unterschiedliche Disziplinen beherrscht und dann irgendwann an einen Punkt kommt in seiner Karriere, dass er etwas anderes, was eigenständiges machen möchte. Das ist so der eine Typus Frachisepartner.

Dann haben wir noch den sogenannten Fitnessexperten. Das ist einfach jemand, der meistens schon den Berufseinstieg in der Fitnessbranche gefunden hat, der Sport studiert hat, der in anderen Fitnessstudios oder Fitnessunternehmen gearbeitet hat. Der dann irgendwann zu dem Punkt kommt und sagt, jetzt möchte ich meinen nächsten logischen Entwicklungsschritt machen und in die unternehmerische Verantwortung gehen.

Oder wir haben den Typus Unternehmer, der bereits in anderen Bereichen schon unternehmerisch aktiv war und der so eine ganz bewusste unternehmerische Entscheidung trifft und sagt, ich sehe hier irgendwo einen Markt, der wächst, der scheint attraktiv und nachhaltig zu sein, ich möchte da mitpartizipieren. Und der es dann quasi als eine Art Investment sieht, sogesagt ein Portfolio-Schritt in seiner Entwicklung als Multi-Unternehmer.

Und wie man schon sieht, diese drei Kategorien an Typen haben einen sehr unterschiedlichen Background, bringen sehr unterschiedliche Fähigkeiten mit. Unsere Aufgabe ist es natürlich für jeden dieser Typen die bestmögliche Unterstützung zu bieten und in den Bereichen, wo dann vielleicht Schwächen da sind oder Defizite da sind, dann einfach entsprechend mitzuarbeiten.

Es bedeutet ganz konkret, dass wir natürlich gerne Fitnessexperten aufnehmen in unsere Reihen, aber eben auch für die anderen Typen offen sind und wir vorallem auch festgestellt haben, dass oftmals Menschen, die nicht so tief aus der Fitnessbranche kommen, nachher die besseren Betreiber sind, weil sie möglicherweise unternehmerischer denken oder langfristiger denken und sich nicht im Kleinen und Feinen des Tagesgeschäftes verlieren.

LB:
Also, man merkt schon bei dir bei allem was du so sagst, dass du so diesen Unternehmensberater-Background hast. Sehr analytisch und sowas sofort in Kategorien eingeteilt, super. Habt ihr denn für diese drei Typen, die du gerade vorgestellt hast, auch unterschiedliche Franchiselizenzen oder wie geht ihr da vor?

IH:
Grundsätzlich haben wir keine unterschiedlichen Lizenzen für die Partner. Wir haben unterschiedliche Formate, also ein Premiumformat, wo wir wirklich die Standards in der Branche setzen was die Studiogestaltung anbelangt. Dann haben wir noch ein kleineres Format, das eher auf das Thema Kosteneffizienz, aber auch die Bespielung von kleinen Flächen optimiert ist.

Das sind die Formate, aus denen kann der Franchisepartner wählen. Im Bereich Franchiselizenz haben wir nur einen Ansatz, aber da verfolgen wir auch ein ganz klares Ziel. Als wir begonnen haben Franchising zu machen, haben wir uns natürlich auch andere Systeme angeguckt. In unserer Wahrnehmung steht das Thema Franchising für einen Ansatz, wo der Franchisegeber tendenziell strenge und starre Regeln aufsetzt, aber gleichzeitig auch verpflichtet ist, sehr umfangreich zu unterstützen. Das heißt, den Franchisepartner wirklich operativ durch Schulungen und sonstige Sachen zum Erfolg zu bringen.

Dann gibt es im Markt auch noch das Thema Lizenz. Und Lizenz ist mehr so ein Ansatz, wo man sagt, der Lizenznehmer kriegt das Recht zur Nutzung der Marke, aber ansonsten kann er sehr eigenverantwortlich entscheiden und es ist grundsätzlich mit sehr wenig Support verbunden.

Wir haben einfach gesagt, wir wollen in unserem Ansatz, also in unserer Lizenz, das Beste aus beiden Welten verbinden. Deshalb nennen wir es für uns die Franchiselizenz und wir sagen, wir geben dort sinnvollen unternehmerischen Gestaltungsspielraum, wo notwendig und erfolgskritische Themen wollen wir ganz klare einheitliche Regeln haben, die von allen zu befolgen sind, um flächendeckend die Qualität hoch zu halten.

LB:
Und mit was für einem Invest muss man rechnen, wenn man so eine fitbox eröffnen möchte?

IH: Invest ist, wenn wir jetzt mal einen Kontext in die Fitnessbranche machen, dann liegen unsere Studios im Boutique-Bereich. Das heißt, auf kleiner Fläche befinden wir uns in einem sehr geringen Investitionsbereich. All-In, also Standort plus Nebenkosten am Anfang, liegt man bei um die 100.000 Euro als Invest.

LB:
Das ist im Vergleich zu einem „normalen“ Fitnessstudio ja schon sehr gering, also kostengünstig.

IH:
Viel geringer und natürlich ist auch die Hürde für den Einstieg deutlich geringer. Aber umgekehrt bedeutet es nicht gleich, dass man ein kleineres Business hat, sondern das Schöne an unserem Mikroformat-Konzept ist, man fängt mit einem Standort an und kann dann natürlich sukzessive nacheinander… ab dem Zeitpunkt wo man sagt „Ich bin jetzt soweit, ich hab genug gelernt und ich trau mir das zu“, dann geht man eben in die Multipartnerschaft und so kann man sich wirklich ein großes Unternehmen aufbauen, obwohl man mit einer kleinen Einheit anfangen kann.

LB:
Da würde ich gleich gerne auch noch einmal drauf eingehen. Aber erstmal würde mich interessieren: Boutique-Größe, was ist das? Was kann ich mir da vorstellen? Wie viele Quadratmeter hat so eine fitbox?

IH:
Also, es ist Platz für vier Kunden, die gleichzeitig trainieren. Das zeigt schonmal, dass auch da der Platzbedarf nicht so groß ist. Das heißt, unsere Standorte haben so plus minus 100 Quadratmeter.

LB:
Ah okay. Und dann in Premium-Lage oder wo macht ihr die so normal auf?

IH:
Da gibt es wieder so Kategorien, wir nennen das für uns 2B Lagen. Es hängt ein bisschen davon ab, wo der Standort ist. In einer Großstadt, in einer Metropole ist es tendenziell, ist es in 2B oder 2C Lagen, ist ein Stück weit auch geschuldet den Mietpreisen.

In Kleinstädten kann man durchaus auch mal in eine 1A Lage gehen. Wichtig ist, wir sind nicht so abhängig von den klassischen Impulskäufern, Menschen, die an unserem Standort vorbeilaufen, sehen und konsumieren, wie das jetzt beim Textilhandel oder bei einem Eisgeschäft üblich wäre. Sondern wir müssen die Kunden einmal auf uns aufmerksam machen, ein tolles Training absolvieren, ihn begeistern und dann wird er Kunde. Dann ist eigentlich nur wichtig, dass er irgendwo um den Standort herum wohnt, arbeitet oder pendelt, also regelmäßig daran vorbei fährt.

LB:
Jetzt hast du eben gesagt, diese unterschiedlichen Typen, das klang so, als wäre das auch so ein Stück weit gewollt. Welche davon sind euch denn am liebsten? Habt ihr lieber den Unternehmer oder wollt ihr es lieber ein bisschen kleinteiliger halten, dass ihr sagt, lieber der Fitnessfreak, der da in seinem eigenen Studio steht.

IH:
Pauschal kann ich das nicht beantworten. Die Fitnessfreaks haben natürlich den Vorteil, dass sie tendenziell sicherstellen, dass die Trainings wirklich hervorragend passieren und abgebildet werden. Sie haben aber oftmals die Schwäche dann den weiteren Entwicklungsschritt zu machen, weil sie sich zu schwer lösen können von der Fläche oder zu viel Herzblut haben im Training.

Deshalb haben die eher so das Thema die weiteren unternehmerischen Schritte möglicherweise zu verpassen. Der Unternehmer umgekehrt bringt natürlich alle Fähigkeiten mit erfolgreich ein Unternehmen aufzubauen und groß zu machen. Da ist eher so die Frage, wie schaut die zweite Führungsebene aus, weil der Unternehmer ja die Trainings nicht geben wird. Wenn der Unternehmer es schafft, eine zweite gute Führungsstruktur aufzubauen, kann es sehr erfolgreich sein vom Ansatz.

Und beim angestellten Quereinsteiger hängt es immer davon ab, wie da der Background ist. Also verbinden tut eigentlich alle, dass sie eine hohe Affinität zum Sport haben, weil ohne das kommt man eigentlich auch gar nicht auf die Idee im Fitnessbereich tätig zu werden. Und eigentlich alle sind von der EMS-Trainingstechnologie wirklich überzeugt und genau das ist so das Indiz.

LB:
Okay, also da habt ihr euch noch nicht festgelegt. Jetzt seid ihr ja auch schon eine ganze Weile am Markt, sehr erfolgreich, aber wo Licht da auch Schatten. Da frag ich auch immer gerne, das ist auch mit meine Lieblingsfrage. Was war denn so die größte Herausforderung, der größte Fehler im Aufbau des Franchisesystems und was habt ihr daraus gelernt?

IH:
Gut, also vielleicht unser größter Fehler war eigentlich der, dass wir uns zu spät für das Thema Franchising entschieden haben. Wir haben ein tolles Projekt entwickelt, wir haben Standorte eröffnet. Dann haben wir einfach festgestellt, dass wir es in der Anfangsphase natürlich wirklich nebenberuflich gemacht haben, das war dann schonmal ein kleiner Engpass. Der nächste war, dass es ist gar nicht so einfach ist, Standorte über die Distanz zu führen.

Wir hatten in unterschiedlichen Städten die Standorte und die Führung über Distanz ist nicht ganz so einfach. Besonders, weil es sich bei uns um kleine Einheiten handelt. Wenn man jetzt an diese McFit Welt möglicherweise denkt, dann hat man richtig große Strukturen, da kann man auch ganz einfach Bereichsleiter aufbauen. Und auch nochmal ein Unterschied, dass es sich bei uns um die Dienstleistung handelt, das heißt, der Mensch ist extrem wichtig und der muss einfach einen guten Job machen. Das funktioniert einfach besser, wenn man näher dran ist und gut geführt wird.

Dann war eigentlich der Hauptfehler, dass wir uns relativ spät, verglichen zu anderen Anbietern am Markt, für das Thema Franchising entschieden haben.

LB:
Was ist relativ spät? Wie lange habt ihr es erstmal selber versucht?

IH:
2016 haben wir das System ausgerollt und 2011 war der erste Standort schon offen.

LB:
Wie viele hattet ihr da an eigenen Standorten?

IH:
Da haben wir fünf Standorte gemacht.

LB:
Die habt ihr jetzt immer noch oder habt ihr die jetzt verkauft?

IH:
Die haben wir immer noch. Da halten wir auch dran fest und es ist auch gut eine gewisse Betreiberkompetenz als Franchisegeber zu haben. Also nicht nur wegen der Glaubwürdigkeit, aber weil wir auch operative Herausforderungen lösen mussten und man ein Stück weit immer dran bleibt und auch leichter Innovationen lostreten kann, als wenn man irgendwo in seinem Glashauspalast weit entfernt sitzt.

LB:
Wenn ich das jetzt so zusammenfasse, das ist so schön wieder, wie gut Franchising funktioniert, wenn es gut gemacht ist. Und wenn die Partner dann auch erfolgreich sind. Von 2011 bis 2016 fünf eigene Standorte und seitdem seid ihr jetzt bei über 50, oder über 60 waren es sogar.

IH:
Wir sind jetzt schon bei 80, wir haben nur 50 Partner integriert.

LB:
80, achso deshalb.

IH:
Die haben teilweise mehr Standorte.

LB:
Ja, Wahnsinn. Toll! Es hörte sich eben so an, als du so loslegtest mit den Herausforderungen oder Fehlern, dass da noch etwas kommen könnte. Hab ich das richtig rausgehört?

IH:
Wir sagen, das war unser größter Fehler, ansonsten sind es natürlich kleine Sachen. Wir hatten auch mal an einem Auslandsmarkt anfänglich gearbeitet in Russland, was natürlich auch ein sehr weit entfernter Markt ist. Da hat die Form der Zusammenarbeit nicht so gut geklappt, das war dann vielleicht unser größtes Scheitern in dem Zusammenhang. Aber da sind wir jetzt, was die Auslandsexpansion, die später auch kommen wird, die bei uns auf der Agenda steht, rückwirkend auch wieder sehr dankbar für die Erfahrung, weil die helfen uns jetzt einfach da konzeptionell unseren Markt besser aufzusetzen und hereinzubringen.

LB:
Das ist auch ganz unterschiedlich, auch hier bei den Franchise Rockstars. Viele machen die gleiche Erfahrung wie du Ingo, dass sie das so opportunistisch „Jetzt machen wir das mal“ angehen. Und dann kriegen sie ordentlich einen auf den Deckel. Andere machen das und die leben ganz gut damit, also ganz ganz unterschiedlich, wie das da funktioniert bei den einzelnen Systemen.

Jetzt hast du aber schon ein gutes Stichwort gegeben, was ist denn zukünftig von der fitbox zu erwarten? Welche großen Projekte oder welche großen Ziele habt ihr und was treibt euch denn da auf jeden Fall an, diese auch zu erreichen?

IH:
Ja, auch wieder viele Fragen auf einmal…

LB:
Ich hab ja gesagt, da musst du dich dran gewöhnen bei mir.

IH:
Grundsätzlich hängt es vielleicht auch ein bisschen von der Herkunft ab, aber wir haben seit unserer Gründung uns eigentlich immer permanent verändert als System. Also auch auf Betreiberebene, deshalb haben wir jetzt auch starke Unterschiede zu unseren Marktbegleitern. Grundsätzlich haben wir alle mal sehr ähnlich gestartet und das ist so eine Philosophie, an die wir tatsächlich glauben. Das ist ein bisschen abgeleitet aus dem Darwinismus, der Evolutionsbiologie. Oder der schöne Satz geprägt: ‚Survival of the Fittest‘. Das heißt in dem Zusammenhang nicht, wie es im Deutschen oft fälschlicherweise übersetzt ist: In der Natur überlebt der Stärkere, sondern richtig übersetzt bedeutet es: Der Anpassungsfähigste.

Und darum geht es bei uns im Wesentlichen. Wir gucken permanent auf den Markt, auf Trends, auf Entwicklungen, aber auch auf Auslandsmärkte. Wenn da irgendetwas relevantes auf uns zukommt, werden wir uns anpassen. Und wenn unsere Franchisepartner tolle Ideen haben, also bessere Lösungen wie wir, dann sind wir auch immer offen und bestrebt, es dann für uns umzusetzen und in Systeme zu integrieren. Ganz konkret bedeutet es, dass wir dann in der nächsten Zeit weitere neue Produkte bringen, werden neue Formate, neue Länder erschließen wollen. Also alles, was notwendig ist, um ein attraktiver und erfolgreicher Anbieter sein zu können.

LB:
Mit Produkten, da werde ich jetzt natürlich hellhörig. Kannst du da etwas verraten?

IH:
Ja, also Produkte, da dachte ich, als ich Produkte genannt habe, an wirkliche Nahrungsergänzungsmittel. Produkte, die physisch vor und nach dem Training verkauft werden. Da hatten wir dieses Jahr ein Produkt platziert, unsere Slimbox. Einfach ein Konzept, wo man in kurzer Zeit sehr viel Fett abbauen kann, da muss man sich 23 Tage an eine gewisse Ernährungslogik halten und es wird noch mal gestützt mit Nahrungsergänzungsprodukten, die man in der Zeit einnimmt.

Und das ist vor allem auch abgestimmt auf die körperliche Belastung durch EMS-Training. An Trainingstagen muss eine Diät auch funktionieren und wir haben da wirklich mit dem interdisziplinären Team aus Ernährungswissenschaftlern, Sportwissenschaftlern ein Konzept aufgesetzt und das wird momentan exklusiv bei uns in den Standorten verkauft. Wir werden also in dem Bereich neue Produkte, die es so noch nicht gibt, werden wir noch einiges entwickeln.

LB:
Da kommt euer ganzheitlicher Ansatz wieder zum Vorschein. Haben wir es rund gemacht, super. Ingo, vielen Dank bis hierhin! Hat viel Spaß gemacht, hast einen guten Einblick gegeben und wie gesagt, der Unternehmensberater, der scheint da überall durch. Aber ich hab dich ja gesehen, Fitness machst du gerne nicht wahr?

IH:
Mach ich auch gerne, aber vielleicht ist es auch noch abschließend das letzte Learning, was ich mitgeben kann.

LB:
Ja gerne!

IH:
Wir kommen aus der Unternehmensberatung und wir gehen wirklich sehr analytisch vor, konzeptionell, strategisch, planen die Dinge vor bis zum Letzten. Und wir haben das ein Stück weit für uns auch als mögliche Schwäche gesehen, oder tatsächliche Schwäche gesehen, weil was bedeutet das, wenn man da so akribisch vorgeht? Man braucht einfach sehr, sehr lang, bis dann die Umsetzung kommt. Wir haben uns auch ganz klar gesagt, wir wollen jetzt einfach schneller sein mit den Produkten, mit den Entwicklungen und einfach agiler werden. So auch mal Dinge raushauen, die vielleicht nicht so ganz perfekt sind.

Ich hab einen Freund mit einem Softwareunternehmen, der hat mal gesagt, wenn dir dein Prototyp, da gibt es ja oft einen Prototyp bei der Entwicklung, den du auf den Markt bringst, nicht peinlich ist, dann hast du wahrscheinlich schon zu lange gewartet. Also ganz so krass möchte ich das jetzt nicht übertragen, weil es auch ein anderer Markt ist, aber grundsätzlich einfach zu sagen, dass Geschwindigkeit zählt.

LB:
Schöner Abschlusssatz bevor wir zu den Schlussfragen kommen. Ingo, bist du bereit?

IH:
Ja bestens!

LB:
Okay, wunderbar. Welches Buch hat dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt?

IH:
Ich habe tatsächlich jetzt im Sommerurlaub das Buch „Shoe Dog (*)“ von Phil Knight gelesen, was mir sehr gut gefallen hat. Einmal, weil es natürlich in einem ähnlichen Markt ist, also im Sportbereich. Dann hat mir aber die Persönlichkeit von Phil Knight sehr gut gefallen, der so als warmer, sozialer Unternehmertyp da in Erscheinung tritt und seine Person ein Stück weit zurückstellt, also anders jetzt vielleicht wie ein Elon Musk.

Weiterhin fand ich spannend, dass Nike tatsächlich aus der Not heraus, also aus der Krise geboren wurde, weil es einfach zu dem Zeitpunkt Lieferschwierigkeiten gab. Das ist eigentlich die Idee, die ich an dem Buch so toll fand, dass Krisen zwar weh tun können aber auch ganz neue Chancen eröffnen.

LB:
Tolles Buch, super Biografie. Hast du super zusammengefasst. Was würdest du denn jetzt deinem 25-jährigen Ich mit all deiner Erfahrung raten?

IH:
Also Chancen gibt es einfach sehr, sehr viele, das ist das, was ich rückblickend sagen kann. Man muss sich einfach überlegen was man möchte. Möchte man eine Angestellten-Karriere fortsetzen oder unternehmerisch selber in die Verantwortung gehen? Da gilt möglicherweise die Aussage „Umso früher, umso besser“ und natürlich Franchising als Konstrukt, was es auch in unterschiedlichen Branchen gibt, ist eine super interessante Möglichkeit einen Einstieg für sich zu finden, wo man unternehmerisch eigenständig arbeiten kann und sehr viel lernen kann in der Phase. Und trotzdem irgendwo noch ein bisschen gestützt, geführt wird und einfach die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg deutlich erhöht wird.

LB:
Hätte ich nicht besser sagen können. Ich kann das auch rückwirkend für mich sagen: Durch mein eigenes Franchisenehmer-Dasein habe ich wirklich mein Selbstbewusstsein als Unternehmer erst aufbauen können. Also da hab ich gelernt als Unternehmer wirklich zu funktionieren und das Unternehmer sein können.

Okay, Ingo, vielen vielen Dank! Also hat Spaß gemacht und ich wünsche dir, lieber Ingo und natürlich euch auch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben! Ciao!

IH:
Herzlichen Dank lieber Lars!

(*) Affiliate-Link:
Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht.

Franchise-Rockstars: Peter Knuth, enerix

Franchise-Rockstars: Peter Knuth, enerix

Hallo und herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich das System enerix zu Gast und zwar den Peter Knuth. Peter hat das System vor 10 Jahren gegründet und sie haben sich dem Thema „Erneuerbare Energien“ verschrieben, was ja wirklich zur Zeit absolut ‘in’ ist. Auf dieser Erfolgswelle reiten sie auch zur Zeit, aber es war nicht immer so. Und das erzählt er auch hier in diesem Interview. Er verrät uns aber auch die große Vision, die sie haben und was er beziehungsweise enerix unter einer Partnerschaft auf Augenhöhe versteht.

Links

Webseite:
enerix
Franchise enerix

Buchempfehlung:(*)
Das große 1×1 der Erfolgsstrategie: EKS® – Die Strategie für die neue Wirtschaft

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
PK = Peter Knuth

LB:
Peter, lass uns mal an den aktuellen Zahlen von enerix teilhaben. Also wie viel Franchisenehmer habt ihr? Was macht ihr für Umsatz? Wie viele Mitarbeiter sind bei euch beschäftigt?

PK:
Ja, das ist eine Frage, die ich jetzt aktuell sehr gerne beantworte, weil wir in den letzten Jahren ein schönes Wachstum hinter uns gebracht haben. Wir sind jetzt aktuell 67 Franchisepartner. 67 Franchiseverträge haben wir. 62 sind davon schon aktiv im Markt unterwegs, drei davon in Österreich, die restlichen in Deutschland. Und die fünf, die jetzt noch nicht aktiv unterwegs sind, die durchlaufen Anfang kommenden Jahres erstmal die Grundlagenschulungen. Dann gehen die voraussichtlich so im März an den Markt. Das ist ein schönes Wachstum, was wir da jetzt hatten. Unter der Perspektive, dass wir fast nur 120 Partner in Deutschland suchen, ist das eigentlich ein schönes Etappenziel, das wir jetzt 2019 erreicht haben.

LB:
Wann seid ihr mit dem Franchisesystem gestartet?

PK:
2007 haben wir uns gegründet. Da waren wir beim Torben Brodersen, dem Geschäftsführer vom Deutschen Franchiseverband und haben denen unsere Idee geliefert. Und da hat er uns gesagt: “Ja, da müsst ihr erstmal von der Pieke auf die ganze Sache angehen, also selber erstmal einen Musterbetrieb aufbauen.” Das haben wir zwei Jahre gemacht und 2009 kamen dann die ersten Franchisepartner dazu. Also 2009 ist eigentlich so die Gründung des eigentlichen Franchise.

LB:
Okay, also 10 Jahre und da schon Halbzeit quasi von den Partnern her, die ihr in Deutschland haben wollt. Super, das ist wirklich eine gute Bilanz. Jetzt für diejenigen, die enerix noch nicht kennen: Was macht ihr genau? Ihr habt mit erneuerbaren Energien zu tun?

PK:
Genau. Wir liefern unseren Kunden, das sind vorrangig Einfamilienhausbesitzer, Hausbesitzer oder kleinere Gewerbeunternehmen, dezentrale Energiesysteme. Das hat mal anfänglich mit der reinen Photovoltaik-Anlage begonnen und ging dann über zur Stromspeicherung, was ja mittlerweile auch zum großen Thema geworden ist. Wir haben Stromlieferverträge, wir haben Stromcloudverträge. Das ist so eine Art Stromsparbuch, auf dem der Anlagenbetreiber seinen Sommerstrom für den Winter sparen kann. Das heißt, wir liefern eine alternative Energie zu unseren Kunden. Und der Name enerix sagt es schon ein bisschen: Es ist die Mischung aus Energie und alternativer Mix. So entstand das „enerix“, das heißt, wir liefern nachhaltige Energiesysteme.

LB:
Jetzt ist der Solarstrommarkt so ein bisschen durchgerüttelt worden in den letzten Jahren. Also die Photovoltaik-Hersteller in Deuschland wurden schon arg gebeutelt. Habt ihr damit auch zu kämpfen?

PK:
Hatten wir, ja. Wir standen vor ein paar Jahren vor der Entscheidung: Machen wir weiter oder stampfen wir das Ganze ein? Das war in den Jahren 2012 bis 2014. Da hat die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz doch sehr stark und sehr schnell verändert. Und das hat dazu geführt, dass die potenziellen Kunden an die ganze Sache nicht mehr geglaubt haben. Dann kam auf, dass viele Hersteller ihre Preise sehr schnell nach unten bewegt haben. Dadurch entstand die Situation, dass viele Firmen dann in die Pleite gingen.

Das zog sich dann durch bis zu uns. Also bis zu denen, die dann auch das Material auf die Dächer bringen oder verkaufen. Und damals in 2012 waren wir 15 Partner und innerhalb von wenigen Tagen haben dann acht Partner gekündigt. Die haben nicht mehr an die Sache geglaubt und das war eigentlich so der Tiefpunkt unseres Franchisesystems. Dann haben wir unser System erstmal ein paar Jahre so auf kleiner Flamme weitergeführt. Und ab 2014, 2015 ging es dann wieder bergauf und wir sind glücklich heute, dass wir weitergemacht haben. Heute stellt sich die Situation ja ganz anders dar, also die Förderung, das EEG spielt heute eigentlich nur noch eine ganz ganz kleine Rolle.

LB:
Ja, jetzt sind die Leute mit Idealismus dabei. Spätestens seit Greta Thunberg ist jetzt jeder gerne Klimaretter würde ich mal sagen, oder?

PK:
Ganz genau!

LB:
Also diese grüne Bewegung, die wir zur Zeit in der Bundesrepublik spüren, was ja auch grundsätzlich gut ist, das spielt euch da voll in die Karten, kann ich mir gut vorstellen. Jetzt erzähl mal ganz kurz, Photovoltaik, jetzt auch Stromspeicher. Kauft der Kunde jetzt das System bei euch? Muss der Franchisenehmer auch montieren? Wie sieht denn so ein Franchisebetrieb von euch aus?

PK:
Der typische Franchisepartner startet natürlich immer als Einzelkämpfer. Er muss in den ersten Monaten, ich nenn es immer das Fundament seines Unternehmens, aufbauen. Da bildet er Netzwerke zu anderen Unternehmen, sucht sich Handwerker, die er zum Teil auch als Subunternehmer mit rein nimmt. Das Tagesgeschäft schaut letztlich so aus, dass er vor Ort erstmal ein gewisses Marketing betreiben muss, um sich bekannt zu machen. Dann führt er mit den Kunden sehr umfangreiche Beratungsgespräche, das heißt sie fahren raus zum Kunden und schauen sich den Bedarf an.

Welchen Energiebedarf hat der Kunde? Welches Gebäude steht zur Verfügung? Was sind auch die langfristigen Planungen? Steht da vielleicht eine neue Heizung an? Das Thema Wärmepumpe ist auch ein Thema, was uns sehr stark berührt. Elektromobilität steht an, also wenn jemand darüber nachdenkt, sich ein Elektroauto zu kaufen. Das kann er natürlich auch mit Solarstrom beladen. Also das nehmen wir vor Ort auf, machen dann eine umfangreiche Planung. Dann laden wir den Kunden zu uns in die Ausstellung ein und zeigen ihm die Produkte und beraten ihn letztlich, was er sich da anschaffen soll.

Jetzt ist das ganze Thema auch ein bisschen gewerblich zu sehen, auch für den Einfamilienhausbesitzer. So eine Anlage produziert Strom und wir verkaufen den Strom über das EEG in das öffentliche Stromnetz. Das heißt, jeder Privatkunde und Eigenheimbesitzer wird irgendwie auch zum Unternehmer und kann die ganze Anlage dann auch abschreiben und steuerlich nutzen. Auch da müssen wir dem Kunden eine gewisse Unterstützung geben, wie kann er das am besten steuerlich auch ausnutzen?

LB:
Jetzt muss ich da einmal einhaken. Also Beratung, klar hab ich verstanden. Ihr liefert auch Produkte? Also ich kann auch bei euch eine Photovoltaik oder einen Stromspeicher kaufen?

PK:
Genau, der nächste Schritt ist letztlich, wenn wir die Anlage dann verkauft haben, also wir stellen ja selber keine Produkte her. Wir kooperieren hier mit namhaften deutschen Herstellern. Dort beziehen wir unser Material direkt, das heißt wir stellen die Anlage aus verschiedenen Komponenten zusammen und installieren die auch. Es sind zwei Gewerke: Einmal das Gewerk auf dem Dach. Wir installieren die Module auf dem Dach, führen dann die Leitung runter in den Keller. Dort werden dann weitere Komponenten installiert und dann erfolgt der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Also jede Anlage wird an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

LB:
Und diese Montage, das muss der Franchisepartner vor Ort machen? Muss er das selber können oder hat er dann Angestellte? Wie kann ich mir das vorstellen?

PK:
Da gibt es verschiedene Ansätze. Der Starter startet in der Regel mit unseren Handwerkern, die wir ihm aus unserem Netzwerk zur Verfügung stellen können. Alternativ sucht er sich kleinere Handwerksbetriebe vor Ort. Das sind dann in der Regel Monteure, die die Dachmontage machen und ein Elektromeister. Oder wir haben auch eigene Montagetrupps, die auch den Partnern zur Verfügung gestellt werden. Mittelfristig denkt aber jeder darüber nach, sich auch eigene Monteure einzustellen und eben diese Dienstleistungen im Haus darstellen zu können.

LB:
Jetzt hab ich mal so eine grobe Vorstellung bekommen, wie so ein Franchisebetrieb aussieht. Was sollten denn die Franchisenehmer unbedingt noch über euer Franchisesytem wissen? Also mach mal richtig Werbung. Was zeichnet euch aus und was sollten Franchisenehmer unbedingt wissen?

PK:
Die Branche ist natürlich jetzt in einem absolut aufstehendem Bereich. Nach den Jahren, die ich da gerade mal erläutert habe, sind wir jetzt auf einem Weg, dass wir hier komplett ohne externe Förderungen auskommen. Das heißt, die Anlagen refinanzieren sich nach ca. 10 bis 13 Jahren, je nachdem wie viel Eigenverbrauch man dadurch darstellen kann. Die Lebensdauer solcher Anlagen ist zwischen 25 und 30 Jahren. Das wird zum Teil sogar von den Herstellern garantiert. Man muss letztlich einen gewissen Faible für diese Branche mitbringen, um auch in eigener Überzeugung in dem Markt aufzutreten und diesen Expertenstatus für sich zu entwickeln.

LB:
Ihr bietet auch für Quereinsteiger an? Also ich muss jetzt nicht Elektrotechnik studiert haben oder Elektromeister sein oder irgendwie sowas, oder?

PK:
Wir haben am Anfang, als wir das System gegründet haben, haben wir die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Das ist der Elektromeister, der selbst auf dem Dach montiert, den Anschluss im Keller macht. Der gleichzeitig ein Manager ist, der Marketing beherrscht, also alles in einer Person. Diese Personen haben wir nur sehr selten gefunden.

Heute haben wir das getrennt. Wir suchen den Quereinsteiger, den Manager, der schon einige Jahre Berufserfahrung hat. Der weiß, wie man auch ein Unternehmen aufbauen kann. Die handwerklichen Dienstleistungen kaufen wir in der Regel in irgendeiner Form zu. Unsere Partner sind zu 95% absolute Quereinsteiger.

LB:
Wie viel muss man investieren? Was ist eine Rendite, realistisch?

PK:
Die Investition liegt bei uns so zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Das liegt ein bisschen daran, was der Partner auch schon mitbringt. Kommt er aus der Anstellung? Muss er sich ein komplettes Büro einrichten? Dann liegen wir eher bei 60.000. Hat er schon gewisses Equipment, dann eher bei 50.000 Euro.

Dann haben wir eine Franchise-Einstiegsgebühr, die liegt bei 5.000 Euro. Es gibt ein Marketing-Starterpaket, was der Partner als Basis benötigt, um auch im Markt auftreten zu können. Und dann haben wir noch eine Schulungsgebühr. Alle unsere Partner durchlaufen vor Vertragsstart eine Ausbildung zum Fachberater für dezentrale Energiesysteme. Das wird dann vom TÜV nochmal qualifiziert und sie machen da zum Schluss nochmal eine Prüfung. Da liegen wir nochmal bei 4.600 Euro. Das heißt, hier zahlt er am Anfang knappe 15.000 Euro.

Dann fangen die laufenden Gebühren mit Vertragsstart an, das heißt nicht bei Vertragsunterschrift, sondern erst bei Vertragsbeginn und das ist meistens erst so ein Vierteljahr nach Vertragsunterzeichnung.

LB:
Okay. Renditemöglichkeit, wie viel kann man da verdienen?

PK:
Wir haben einen durchschnittlichen Wert, also der Deckungsbeitrag 1 liegt bei rund 25 Prozent. Im ersten Jahr liegt man in der Regel so bei 300.000 bis 400.000 Euro, das mit einem Deckungsbeitrag von ungefähr 25 Prozent, kommen da schon stattliche Summen zusammen. Natürlich gehen da nochmal die persönlichen Kosten von weg. Für Büro, eventuell Personal, was man aber im ersten Jahr noch gar nicht hat. Aber der Wert 25, das ist so ein Wert, der sich in den letzten Jahren doch sehr stark gefestigt hat.

LB:
Okay. Was gute Franchisenehmer mitbringen sollten, frag ich ja immer. Das hast du schon erklärt. Ihr sucht also nicht jetzt den Elektromeister, Elektroingenieur, und und und. Sondern wirklich den Quereinsteiger, der also ein gewisses Faible für diese Branche und für erneuerbare Energien mit sich bringt. Er muss, wenn ich das jetzt so raushöre, wahnsinnig gut im Vetrieb sein. Das ist ja das A und O.

PK:
Definitiv vertriebsorientiert. Unsere Partner, wir haben da gerade letztes Jahr auch mal so eine Auswertung gemacht, unser typischer Franchisepartner ist 45,5 Jahre alt. Hat zu 60% ein Studium absolviert und davon zu 40% ein technisches Studium. Die meisten sind dann eher Kaufleute oder Wirtschaftsingenieure.

Also ganz klassisch eher so in der zweiten Hälfte des Berufslebens steigen die Partner bei uns ein. Alle bringen schon gewisse Kompetenz mit, die wissen wie man Vertriebsstrukturen aufbaut, wie man an den Kunden herankommt. Wie man auch Subunternehmer koordiniert und führt. Die müssen natürlich ein gewisses Faible für das Thema mitbringen, ich sag mal, wir müssen in gewisser Weise Spinner sein, um das Thema hier auch mit Herzblut in den Regionen zu vermarkten.

LB:
Was bietet ihr jetzt für Franchiselizenzen an? Also gibt es da eine? Oder gibt es auch mehrere über mehrere Standorte? Wie macht ihr das?

PK:
Unsere typische Franchiselizenz, eigentlich die einzige die wir aktuell anbieten, ist eine Gebietslizenz. Jeder Partner bekommt bei uns ein festes Vertragsgebiet, also anders wie jetzt bei Standortfranchise, sprechen wir hier über ein Exklusivgebiet, in dem nur ein Partner tätig werden darf. In dem Gebiet kann der Partner so viele Verkaufsbüros aufbauen, wie er möchte. Das heißt, dieses Gebiet hat eine Größe von, wir definieren das anhand von Einfamilienhäusern, das sind ca. 60.000 Einfamilienhäuser, 20.000 Doppelhäuser und weitere 20.000 Mehrfamilienhäuser. Das ist dann so ein Radius von 25, 30 km Fläche.

LB:
Gibt es schon Franchisenehmer, die mehrere solcher Gebiete gekauft haben? Also so Multi-Unit?

PK:
Ja, aber die kann man an einer Hand abzählen. Normalerweise sind die Gebiete so groß, dass man sich darin sehr gut entwickeln kann. Bevor man über eine zweite Lizenz nachdenkt, sollte man eigentlich über einen zweiten Standort im Gebiet nachdenken. Man muss das Gebiet einfach nur effektiver ausnutzen. Das Schöne ist, das Kundenpotenzial wächst jährlich nach, also in jedem Gebiet werden Neubauten errichtet. Was natürlich auch ein zunehmendes Kundenpotenzial für uns darstellt.

LB:
Unterstützt ihr das mit dem Multi-Unit? Also es gibt ja Systeme, die sind ganz klar. Die wollen Unternehmer, die wollen mit wenig Partnern groß werden. Oder mögt ihr das eher, dass ihr viele Partner habt, die eher klein sind? Oder seid ihr für alles offen?

PK:
Gut, dass du noch die letzte Möglichkeit gesagt hast. Ich glaube, wir sind für beide Dinge offen. Dadurch, dass wir jetzt ganz stark in den letzten Jahren gewachsen sind und der Vertrag zunächst mal fünf Jahre läuft, sind jetzt wenige Partner in dieser zweiten Phase oder stehen vor der Entscheidung, jetzt zu verlängern. Wir schauen uns das natürlich an, wie hat sich der Partner in den vergangenen Jahren entwickelt? Und trauen wir ihm zu, ein weiteres Gebiet aufzubauen? Wenn das erste Gebiet noch Potenzial hat, dann schauen wir natürlich erstmal zu, dass er innerhalb des Gebietes wachsen wird.

LB:
Jetzt hast du es eben schon erwähnt, ich glaube, das dürfte auch so die größte Herausforderung gewesen sein, vor der ihr gestanden habt, als auf einen Schlag drei Viertel eurer Franchisenehmer abhanden gekommen sind, wie du es eben so erzählt hast. War das so die größte Herausforderung als Franchisegeber?

PK:
Die größte Herausforderung eines Franchisegebers ist erstmal ein System richtig aufzubauen. Ich glaube, da spreche ich für meine Kollegen aus dem Franchise, jeder macht die gleichen Fehler oder jeder muss auch die gleichen Fehler machen. Und solche Fehler haben wir am Anfang auch getan. Wenn ich die Erfahrung damals gehabt hätte, die ich heute habe, dann wären wir hoffentlich schon weiter und dann wäre vielleicht diese Krise an uns auch vorbeigegangen.

LB:
Um da einzusteigen, genau dafür ist auch der Podcast da, dass wir auch ein bisschen den Erfahrungsaustausch stärken. Wenn du sagst, dass war eine Erfahrung, was hast du denn daraus gelernt? Was kannst du den anderen Franchisenehmern mitgeben, dass sie vielleicht nicht in diese Falle tappen?

PK:
Am Anfang haben wir ganz klar versucht zu wachsen. Da waren die Punkte auf der Landkarte wichtiger, als der Partner, den wir da dazu geholt haben. Größter Fehler war das zweite Standbein, ich möchte mir ein zweites Standbein aufbauen, das war ein Elektriker, das war ein Dachdecker, das waren anderweitige Installateure. Und das funktioniert nicht, man kann nur einen Geschäftsbereich richtig aufbauen und nicht zwei parallel. Das war ein ganz großer Fehler. Wir hatten keine persönlichen Beziehungen zu den Partnern. Uns wurde auch geraten, eine möglichst große Distanz zu den Franchisenehmern aufzubauen, um hier nicht zu persönlich zu werden. Das waren alles Fehler, die haben sich dann in diesen rückläufigen Jahren extrem bemerkbar gemacht.

LB:
Wer rät denn sowas, dass man da eine große Distanz wahren muss? Das ist ja lustig.

PK:
Genau, da gibt es Berater, die auch aus dem Franchise kommen, die raten letztlich sowas.

LB:
Ach du Schande, das ist ja der Hammer.

PK:
Ich muss dazu sagen, heute haben wir eine sehr persönliche Beziehung. Hier gibt es nicht mehr die Differenz, es gibt nicht mehr die Zentrale und nicht mehr den Franchisepartner, sondern es gibt nur noch uns. Wenn Themen zu besprechen sind, dann werden die besprochen. Und das liefert letztlich auch unseren heutigen Erfolg. Dadurch, dass wir eine sehr enge Beziehung zu den Kollegen haben.

Wir haben regelmäßige Treffen, das sind sehr persönliche Treffen, wo wir uns austauschen. Wo wir auch abends bei den Diskussionen ein Bierchen miteinander trinken. Das hat auch dazu geführt, dass die Partner gerne im System sind und auch gerne positiv über uns berichten.

Wir haben jetzt gerade das Ergebnis unserer Rezertifizierung bekommen, ein ordentliches Franchisesystem muss ja alle drei Jahre eine Rezertifizierung durchlaufen und von den 63 Partnern, die dort genannt wurden, haben 60 Partner mitgemacht. Das ist allein schon ein tolles Ergebnis und 100% dieser Partner würden sich wieder für eine Zusammenarbeit entscheiden. Und das ist für uns eigentlich so das schönste Feedback, was man eigentlich von seinen Partnern erhalten kann. Das heißt, wir haben hier in den letzten fünf Jahren sicherlich vieles richtig gemacht.

LB:
Also, du sagst jetzt persönlichere Beziehungen, da möchte ich jetzt nochmal ein bisschen tiefer gehen, weil das interessiert mich. Was würdest du denn sagen, woher kommt diese hohe Zufriedenheit? Macht ihr da was besonders? Was macht ihr da anders, als vielleicht andere Systeme?

PK:
Also erstmal die Kommunikation auf Augenhöhe. Das wird natürlich immer von jedem System genannt, aber das wird bei uns definitiv auch so gelebt. Wir haben die Weisheit in der Zentrale auch nicht mit Löffeln gefressen. Und die Partner sind tagtäglich näher am Endkunden dran und können uns da viel mehr Input liefern, als wir uns das alleine in der Zentrale letztlich ausdenken können. Ich meine, wir haben zwar einen Musterbetrieb, der auch in der Zentrale ansässig ist, aber trotzdem sind unsere Partner direkt mit dem Endkunden in Kontakt und die bringen uns sehr viel Input.

Wenn es darum geht neue Materialien ins System zu holen, wenn es darum geht neue Dienstleistungen zu entwickeln, neues Marketing… Da kriegen wir sehr viel Input und das ist natürlich auch für den Partner ein Zeichen, dass sein Wort in der Zentrale gehört wird. Das ist aus meiner Sicht mit der entscheidenste Faktor, dass man hier auf einer Augenhöhe eben diese Kommunikation betreibt.

Wir sind im ständigen Kontakt mit den Partnern, wir haben unsere Treffen bei Lieferanten, bei Weiterbildungen, wir machen unsere Jahrestagungen. Und da werden auch sehr stark die Partner gehört. Wir holen nicht nur externe Speaker, sondern hier werden Vorträge von den Partnern gemacht. Das ist erstmal auch eine gewisse Wertschätzung für den Partner, der dort vorne steht, aber auch für die, die neu in so ein System reinkommen, die kriegen natürlich alles aus erster Hand.

In der Entscheidungsphase, welchen Partner wir mit ins System holen, hat jeder Interessent die Möglichkeit, mit allen, es sind meistens nicht alle, aber mit einigen bestehenden Partnern zu telefonieren. Das sind meistens so Telefonate, die fast eine Stunde gehen und da kriegen die neuen Partner oder die Interessenten sehr viel Wissen, auch Internas. Und die bestehenden Partner haben auch ein gewisses Mitspracherecht, wer mit ins System kommt und wer nicht.

LB:
Also dieses auf Augenhöhe kommunizieren, du hast schon richtig gesagt ‘Das sagen sie alle’ und ich bin da immer sehr hellhörig. Ich kriege das schon sehr schnell mit, wie über Partner gesprochen wird und ich glaube auch, das ist der größte Erfolgsfaktor für ein Franchisesystem. Jetzt hast du eben schon gesagt, ihr wollt 120 Standorte in Deutschland machen. Was ist denn sonst noch von euch in Zukunft zu erwarten? Was sind eure Ziele?

PK:
Also das große Ziel von uns ist natürlich die Energiewende mitzugestalten. Wir sind in Deutschland jetzt auf einem sehr guten Weg, wir dürfen das gar nicht immer so kleinreden. Viele Länder schauen auf Deutschland, wenn wir hier eine Energiewende hinbekommen, dann werden es viele nachmachen. Und wir dürfen nicht immer mit der Ausrede auf dem Markt auftreten, die Länder rings um Deutschland herum produzieren noch Atom- und Kohlestrom. Das ist richtig, aber auch die werden irgendwann einen Schritt weitergehen.

Das ist unser großes erklärtes Ziel, die Energiewende in Deutschland mitzugestalten, vielleicht auch innerhalb Europas. Wir sind aktuell auch schon mit drei Kollegen in Österreich tätig, aber vielleicht kommen da auch weitere Länder in den nächsten Jahren dazu. Wir wollen in den Regionen selber noch stärker präsent werden, also nicht nur die Fläche mit Punkten belegen, sondern auch die Franchisegebiete noch stärker ausnutzen.

Vielleicht auch irgendwann mal eigene Produkte in den Markt zu bringen. Es gibt schon zahlreiche gute Produkte und Dienstleistungen, aber wenn wir eine gewisse Flächendeckung haben, dann können wir auch einen Schritt weiter denken. Also unser Kernkunde ist nach wie vor der Einfamilienhausbesitzer und da möchten wir der alternative Energielieferant werden. Weg von der zentralen Energieversorgung hin zu einer dezentralen.

LB:
Sehr schön, das ist eine tolle Vision, die ihr da habt. Peter, vielen Dank bis hierhin! War super interessant. Du hast einen guten Einblick gegeben in das Franchisesystem und ich glaube jeder, der hier zuhört, hat sich jetzt ein gutes Bild gemacht. Danke dafür!

PK:
Gerne!

LB:
Kommen wir zu den Schlussfragen: Bist du bereit?

PK:
Ja!

LB:
Wunderbar. Welches Buch hat dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt?

PK:
Ja ich glaub das war die EKS-Strategie, also Erfolg durch Spezialisierung. Das neue 1×1 der Erfolgsstrategie.

LB:
Ja super Buch! Was würdest du mit deiner ganzen heutigen Erfahrung deinem 25-jährigen Ich raten?

PK:
Heirate die richtige Frau…

LB:
Ist dir das nicht gelungen?

PK:
Doch doch, deswegen sag ich das so. Hab keine Angst vor der Selbstständigkeit und geh die Sache lieber früher an als zu spät, weil nach hinten raus wird die Zeit dann knapp. Ganz wichtig, umgib dich mit den richtigen Menschen. Es gibt ja immer den Spruch „Du bist der Querschnitt der sieben Personen, mit denen du dich umgibst.“ Das ist auch ganz wichtig, mit motivierenden und positiv denkenden Menschen sollte man sich umgeben, die einen auch inspirieren. Das hat mich definitiv angefeuert und mach das, was dir Spaß macht. Also nicht irgendetwas, was dir die Gesellschaft oder die Familie aufzwängt, sondern das, wofür du brennst. Und wenn du für etwas brennst, dann machst du es auch gut und dann wirst du auch erfolgreich.

LB:
Sehr schöne Schlussworte! Da muss ich dran denken, an deinen ersten Rat. Wie sagt der Amerikaner? Happy wife, happy life! So ist es auch. Peter, dir vielen vielen Dank und ich wünsche dir, lieber Peter und auch euch natürlich, mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben! Ciao.

PK:
Ciao.

(*) Affiliate-Link:
Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht.

Franchise Rockstars: Carina Dworak, Mrs.Sporty

Franchise Rockstars: Carina Dworak, Mrs.Sporty

Hallo und herzlich willkommen zum Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute ein super spannendes Interview mit der Carina Dworak. Carina ist Franchisenehmerin von Mrs.Sporty, aber nicht nur das. Sie war die erste Franchisenehmerin von Mrs.Sporty in Wien, hat dann das ganze Franchisesystem Mrs. Sporty in Wien aufgebaut und innerhalb von vier Jahren 100 Clubs in Österreich etabliert. Da hat man sie direkt in die Zentrale nach Berlin geholt und dort zum Head of Business Development gemacht. Sie erzählt in dieser Franchise Rockstars Folge alles was man wissen muss über Mrs.Sporty, ihr einmaliges Trainingskonzept, über PIXFORMANCE und natürlich was Stefanie Graf mit Mrs.Sporty so zu tun hat.

Links

Webseite:
Mrs.Sporty
Mrs.Sporty Franchise

Buchempfehlung(*):
Der Birkenbihl Power-Tag von Vera Birkenbihl

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
CD = Carina Dworak

LB:
Carina, schön das du da bist. Jetzt lass uns als erstes mal an den aktuellen Zahlen von Mrs.Sporty teilhaben, also wieviele Franchisenehmer habt ihr, wieviele Mitarbeiter insgesamt in der ganzen Gruppe und was macht ihr für einen Umsatz?

CD:
Ja, wir haben aktuell knapp 500 Clubs, europaweit in neun europäischen Ländern. Wir haben ca. 350 Franchisepartner, weil viele davon mehrere Clubs haben, deshalb 500 Clubs. In der Zentrale haben wir mit den Mitarbeitern, auch aus der Franchiselandschaft bzw. von den Franchisepartner, da haben wir ja auch immer wieder Trainer, die dann nebenbei auch für die Zentrale arbeiten, 65 Mitarbeiter.

LB:
Und in der ganzen Gruppe, was würdest du da sagen, wenn man so über alle Franchisepartner hinweg mal guckt?

CD:
Um die 2.000.

LB:
Toll. Wie man unschwer erkennen kann, du bist Österreicherin, Wienerin, um genau zu sein.

CD:
Exakt.

LB:
Du hast ja das Franchisesystem in Österreich großgemacht. Erzähl uns doch mal die Geschichte, wie es dazu gekommen ist, die finde ich ganz spannend.

CD:
Ja, ich muss dazu sagen, bei mir war Sport und Gesundheit von Kind an ein wichtiges Thema, meine große Leidenschaft bis zu dem Moment, wo ich dann einen Bandscheibenvorfall hatte. Also wirklich mit Operation und so weiter. Damals war ich um die dreißig und mein Arzt hat gesagt, ich habe damals unheimlich viel Ausdauersport gemacht, ich muss unbedingt Krafttraining in mein Leben integrieren.

Ja und Krafttraining, wo mach ich das? In einem Fitnessstudio, aber ich denk mir, mir ist es damals so gegangen, wie es vielen, vor allem auch Frauen geht, nämlich, wo geh ich da am besten hin, dass ich mir nicht mehr Schaden zuführe, als das es was bringt?

Ungefähr so in dieser Zeit hat dann der allererste Mrs.Sporty Club in Österreich eröffnet. Bis dahin kannte ich das Ganze gar nicht. Ich war zum damaligen Zeitpunkt schon selbständig als Verkaufstrainerin unterwegs und da hat mir eine Verkaufstrainerkollegin gesagt, Carina, in der Nähe von dir eröffnet so ein Frauensportclub, da kannst du in 30 Minuten auch so Krafttraining machen. Und ich hab das total belächelt und habe mir gedacht, was soll das für Schwachsinn sein, denn wenn du aus dem Ausdauersportbereich kommst, da habe ich mich für eine Trainingseinheit für unter einer Stunde noch nicht mal umgezogen.

Gleichzeitig hat es mich neugierig gemacht nach dem Motto, zuviel Zeit habe ich ja auch nicht, geh ich mal dorthin. Und es war dann, das muss ich wirklich sagen, wie Liebe auf den ersten Blick. Ich hab so etwas noch nie erlebt, ich wurde von der Franchisepartnerin da begrüßt und sie hat mich die Geräte ausprobieren lassen und ich war total geflasht und habe mir gedacht, Wahnsinn. Ich habe mich sofort als Mitglied eingeschrieben und habe mich am selben Tag als Franchisepartner beworben, weil ich mir so gedacht habe, Wien braucht Mrs.Sporty, ein Konzept, wo in dem Fall nur Frauen trainieren, ich weiß, dass viele Frauen das Problem auch haben, grade im Sportbereich so unter Männern, da fühlen sie sich einfach wohler und diese 30 Minuten, kurzer Zeitaufwand und wo einfach auch diese persönliche Betreuung da ist.

So habe ich mir gedacht, dann eröffne ich mir selber meinen Club, dann kann ich da auch trainieren, wann auch immer ich will, los geht’s. Und so hat das Ganze bei mir begonnen und dann war diese allererste Eröffnung in Purkersdorf von Mrs.Sporty von der Juliane und meine, das waren die erfolgreichsten Eröffnungen, die Mrs.Sporty bis zu dem damaligen Zeitpunkt hatten. Man muss sagen, Mrs.Sporty ist in Deutschland 2004 gestartet und ich habe in meinem Club mit fast 400 Mitgliedern nach einem sechswöchigen Vorverkauf begonnen. Das war fast doppelt so viel, was die Mrs.Sporty Welt bis dahin kannte.

Da ist dann ein Hype entstanden, weil dann auch viele Mitglieder gesagt haben, ich will mich auch damit selbständig machen. Und dann war das so ein Andrang, dass die Zentrale in Berlin gesagt hat, lass uns bitte hier mit dem Vertrieb in Österreich auch direkt in Österreich bleiben und die Juliane und mich gefragt haben, ob wir das direkt übernehmen wollen. Wir waren dann sehr spontan und haben gesagt, ja, why not. Das ist super, los geht’s, weil wir auch gewußt haben, wir sind selber ganz stark, wenn schnell auch gute Franchisepartner dazukommen.

Und so war das dann, so hat diese Erfolgsstory begonnen, weil wir haben in noch nicht mal vier Jahren 100 Clubs eröffnet und damit in Österreich halt eine wahnsinnige Erfolgsstory hingelegt. Ja, sehr sehr schön.

LB:
Super, also 100 Clubs in vier Jahren, das ist schon der Hammer. Stärkster Markt ist aber nach wie vor für euch Deutschland, nehme ich an?

CD:
Exakt, in Deutschland, genau. Drittgrößter Markt ist dann Polen und dann die Schweiz und Italien.

LB:
Ok. Jetzt ist Mrs.Sporty bzw. was mir direkt eingefallen ist, als ich mich damit beschäftigt habe, ist natürlich Steffi Graf. Die war bei der Gründung irgendwie involviert. Erzähl doch mal, was da genau ihr Part ist und ob sie jetzt noch irgendwie beteiligt ist.

CD:
Stefanie Graf ist Mitgründerin von Mrs.Sporty und sie sagt immer so schön, dass Frauen sich für Sport und gesunde Ernährung begeistern, dass ist meine Herzensangelegenheit. Das war auch der Grund warum sie da mitgemacht hat. Es kommt daher, dass unser Maître, Mitgründer von uns ist der Mark Mastrov, das ist ein Amerikaner, der mehrere Fitnessketten hat und André Agassi, der Mann von Stefanie Graf mit dem Mark sehr gut befreundet ist, genauso wie unser Inhaber, der Niclas Bönström.

So ist da irgendwie die Verbindung entstanden und wie unser Inhaber, der Niklas, der früher auch für den Mark Mastroff gearbeitet hat, gesagt hat, er möchte in Europa, in Deutschland so einen Frauensportclub machen und es war klar von Anfang an, es soll Franchise werden. Er hat da selber mal einen Club eröffnet mit seiner Frau Valerie damals und da hat die Stefanie Graf gesagt, ok, dahinter steh ich, das ist mir einfach wichtig, dass Frauen eine bessere Lebensqualität durch Sport und gesunde Ernährung beginnen, das unterstütze ich sehr gerne.

Sie hat nie operativ bei uns mitgearbeitet, aber natürlich war sie immer nach außen hin ein extrem wertvoller Teil, weil sie sehr bekannt ist, sehr beliebt ist. In jedem Land, wo ich für Mrs.Sporty unterwegs war, werde ich auf sie angesprochen, egal ob das jetzt in Indien, in Polen oder in Deutschland sowieso, ist. Ich habe immer nur positive Verbindung zu ihr erlebt. Jeder sagt, oh Stefanie Graf. Das war natürlich ganz am Anfang für uns sehr hilfreich, weil da die Presse auch sehr interessiert war, mit Mrs.Sporty oder durch Mrs.Sporty über sie zu berichten.

LB:
Ist sie denn noch involviert? Also ist sie noch beteiligt?

CD:
Sie ist beteiligt, aber, wie gesagt, nicht operativ und wir nützen sie jetzt auch nicht mehr so stark nach außen, weil wir gesagt haben, nach einer Zeit steht Mrs.Sporty jetzt auch für sich. Und ich muss sagen auch bei etwas jüngeren Menschen ist sie auch nicht mehr so bekannt. Gleichzeitig hab ich auch schöne Erlebnisse gehabt mit ihr, wo ich sie getroffen habe, wo sie auch Franchisepartnern getroffen hat und da wahnsinnig interessiert war, was erleben eure Mitglieder, wie verändern die sich, wie geht es denen und natürlich auch den Franchisepartnern. Das fand ich immer extrem schön, wie bescheiden und was sie dann so erzählt hat und woran sie interessiert war. Also man merkt, dass es ihr echt wichtig ist.

LB:
Jetzt bist du, Carina, nicht nur Franchisenehmerin, die erste Franchisenehmerin in Wien oder hast in Österreich den Markt aufgebaut, sondern du bist jetzt auch als Head of Business Development mit in das Management von Mrs.Sporty aufgestiegen oder quereingestiegen, wie man es jetzt auch nennen will. Erzähl doch mal den Hörern hier, was wir unbedingt über Mrs.Sporty wissen sollten, was wir noch nicht wissen. Gerade haben wir schon gehört, es ist eine reine Fitnesskette für Frauen und 30 Minuten Training. Erzähl doch mal davon.

CD:
Also ich denke, dass die Einfachheit des Konzept einer der Erfolgsfaktoren ist. Man kann das in einem Satz zusammenfassen, Mrs.Sporty sorgt für mehr Lebensqualität vor allem bei Frauen durch ein 30-minütiges Trainingskonzept, also schnell, kurz, knapp, knackig. Leicht zu tun für alle. Stefanie Graf hat selber immer gesagt, Zeit ist bei Mrs.Sporty keine Ausrede mehr.

LB:
Aber es ist, wenn ich da einhaken darf, kein EMS-Studio, also Elektro Stimulation?

CD:
Exakt, es ist kein EMS, bei uns bewegen sich und trainieren die Frauen ganz natürlich wie sie selber sind. D.h. 30 Minuten, Frauen unter sich, persönliche Betreuung mit einem Ernährungskonzept dazu. Und wenn man sich mit dem System selbständig macht, finde ich, schaut man als Unternehmer, wie sinnvoll ist das? Dann schaue ich mir immer die Zielgruppe an.

Unsere Zielgruppen in den Clubs sind Frauen, die primäre 50 plus, die sekundäre Frauen 35 plus. Das ist natürlich eine Zielgruppe, die unternehmerisch betrachtet auf alle Fälle toll ist, weil sie haben ein bisschen mehr Geld und sind auch bereit ein bisschen mehr Geld in ihr Wohlbefinden zu investieren, als wie das heutzutage eine 18, 20, 25-Jährige macht. Die sind auch treuer, die älteren Frauen. Warum? Weil, so 18/20-Jährige, wenn ich mich selber anschau, da war es mir auch wichtig heute mal dies und morgen mal das auszuprobieren.

Eine heutige 50, 60, 70-jährige Frau, wenn die etwas gefunden hat, wo sie sich wohlfühlt, wo sie ihre Ziele erreicht, dann bleibt die da. Das spricht dann auch für die Kündigungsquote, die mir als Unternehmer auch wichtig ist und ein wichtiger Faktor ist. Und diese Zielgruppe wächst. Das heißt Menschen werden immer älter, Frauen werden immer älter, dadurch ist die Zielgruppe groß.

Ich glaube und befürchte, muss ich sagen bzw. ich weiß, dass all die Problemchen, die jetzt mit 40, 50 anfangen in Zukunft schon früher anfangen werden, weil man ganz klar sagen kann, mindestens 95 Prozent unserer Mitglieder haben in irgendeiner Form eine Rückenproblematik. Und woher kommt die? Weil wir zuviel sitzen, Sitzen ist das neue Rauchen, das sagen mittlerweile schon viele. Und vom auf das Handy schauen sind mittlerweile schon Jugendliche von Halswirbelsäulenschäden betroffen. Ich glaube, in Zukunft wird unsere Zielgruppe schon mit mindestens 30 anfangen, weil eben diese Problemchen da sind.

LB:
Wie macht ihr das jetzt mit diesem 30-Minuten Training? Wie kann ich mir das vorstellen?

CD:
Wir machen da ein Zirkeltraining Kombination mit Kraft-, Ausdauertraining. Das, was Mrs.Sporty wirklich einzigartig macht ist, dass wir individuelles Training in der kleinen Gruppe schaffen. Normalerweise, wenn du in ein Gruppentraining gehst, ist es so, beispielsweise bei Aerobic, das jede Frau dasselbe macht, egal was ihr persönliches, sportliches Ziel ist.

Wir schaffen es seit 2014, weil wir da unser Training, unsere Trainingsgeräte auf die PIXFORMANCE Smart Trainer umgestellt haben, dass unsere Mitglieder funktionales Krafttraining machen und das jede individuell macht, ihren individuellen Trainingsplan hat, an den Geräten ihr eigenes Trainingsprogramm ausgelöst wird und wir trotzdem dieses Gruppenfeeling haben. Im Schnitt sind zehn bis zwölf Mitglieder gleichzeitig da, die ihr persönliches Krafttraining machen und die Zwischenstationen sind wieder einheitlich, wo auch dieses Community-, dieses gemeinsame Feeling aufkommt. Das ist vielen unserer Mitgliedern auch sehr wichtig, dass man dann mehr motiviert ist, wenn noch andere da sind.

Wo ich immer Gänsehaut hab, wenn ich jetzt bei mir in meinem eigenen Club bin, selber da auch trainiere und dann ist da die 18-jährige mit ihrer Mama und vis-a-vis trainiert beispielsweise unser ältestes Mitglied, die ist 96. Und alle können gleichzeitig trainieren, alle finden das auch extrem motivierend und bewundern sich gegenseitig, die Ältere die Junge und die Junge die Ältere, dass man mit 96 noch in einen Sportclub geht, das muss man sich mal vorstellen. Und das liebe ich.

LB:
Toll! Diese 30 Minuten, muss man sich da anmelden, ist da eine Verbindlichkeit? Oder kann ich kommen und sagen, da ist gleich ein Kurs, da mach ich einfach mit?

CD:
Das kommt noch hinzu, dass du einfach kommen kannst, weil es ist ein offener Kurs, so würde ich das jetzt bezeichnen. Du kannst kommen, du leider nicht, aber die Frauen in deinem Umfeld, du könntest bei uns Franchisepartner werden, wir haben da tatsächlich 20 bis 30 Prozent Männer. Also man kann zwischen 6 und 22 Uhr kommen und starten. Das lieben viele unserer Mitglieder auch, weil sie sagen, ich muss mich da nicht anmelden, ich habe eh den ganzen Tag Termine, ich kann da einfach kommen, egal ob es jetzt 17:12 Uhr ist oder 10:50 Uhr.

Egal, ich komme, starte mein Training, mache meine halbe Stunde, es ist ein persönlicher Trainer da, es ist immer auch noch jemand anderes da. Natürlich um 6 Uhr in der Früh ist man meist nur zu zweit oder so, da ist der Andrang natürlich geringer als am Montag um 16 Uhr. Aber das geht wunderbar und gibt eine große Flexibilität, die heutzutage auch wichtig ist für die Mitglieder.

LB:
Jetzt hast du schon was gesagt, 30 Prozent eurer Franchisenehmer sind Männer, also es muss nicht eine Frau sein, die bei euch Franchisenehmer oder Franchisenehmerin wird. Was müssen denn gute Franchisenehmer mitbringen für euch?

CD:
Also, die Basis zum Erfolg ist die Leidenschaft, die persönliche Leidenschaft für Sport und gesunde Ernährung. Ich denke, wenn man da die eigene Begeisterung mit hat, dann ist es perfekt. Gleichzeitig aauch dafür andere Frauen zu motivieren, das die eben auch durch Sport und Ernährung zu einer besseren Lebensqualität kommen.

Dazu und das ist für mich der Dreh- und Angelpunkt immer in jedem Business, ist Kommunikation. Weil Kommunikation ist Verkauf und ist Leadership. Beides braucht man natürlich bei Mrs.Sporty auch. Verkauf, um natürlich Mitglieder für mich zu gewinnen und Führung, Leadership, um meine Mitarbeiter für mich zu gewinnen und das die eben das mit ähnlicher Leidenschaft wie ich machen, natürlich auch Mitglieder zu gewinnen und zu betreuen.

Das sind zwei wesentliche Aspekte. Natürlich geht es um Selbstständige, Selbstständigkeit und Unternehmertum. Weiß ich betriebswirtschaftlich auch im Groben Bescheid? Im Groben passt im ersten Moment, weil wir da noch einen großen Aspekt und Schulung haben, um das zu vertiefen. Gerade die wichtigsten Kennzahlen, wie ich mit denen idealerweise arbeite, da gibt es diverseste Schulungen. Und dann natürlich der Trainingsaspekt.

Wir haben ungefähr 70 Prozent Quereinsteiger, die zwar die Leidenschaft für diesen Sport haben, aber früher in anderen Berufen gearbeitet haben. Da gibt es dann von uns die diversesten Ausbildungen, auch in der Kommunikation, um das zu schaffen. Das bedeutet, wenn man es jetzt in vier Bereiche bringt, idealerweise habe ich Erfahrung in Leadership, im Vertrieb, im Training im Sportbereich und in Betriebswirtschaft. Und vertiefen tu ich das dann, wenn ich die Franchisepartnerschaft starte.

LB:
Über was für ein Invest reden wir, wenn ich ein Mrs.Sporty eröffnen möchte?

CD:
Das Gesamtinvest beginnt so bei 60.000 Euro netto und du brauchst üblicherweise, das ist die Erfahrung bei den Banken, denn die meisten investieren ja, dass du dazu ein Eigenkapital von 10 bis 15.000 Euro mitbringst. Diese 60.000 Euro sind die Investitionssumme, die du brauchst bis zu dem ersten Tag an dem du dann Einnahmen hast.

Und wir starten, ich habe es schon kurz angesprochen, diese Eröffnungsphase mit einem sechswöchigen sogenannten Vorverkauf. Damit ein neuer Club dann richtig gut und mit einer tollen Atmosphäre und wirtschaftlich erfolgreich startet, konzentrieren wir uns 6 Wochen lang rein auf Mitgliedergewinnung. Nach diesen 6 Wochen starten die Clubs idealerweise mit mindestens 150 Mitgliedern, d.h. deswegen gleich tolle Atmosphäre und wirtschaftlich trägt es sich dann sehr schnell in dem operativen Clubbetrieb. Und diese sechswöchige Vorverkaufsphase, in der ich intensivstes Marketing mache und auch schon mein Team habe, sprich Personalkosten, ist in den 60.000 Euro inkludiert.

LB:
Das ist ja wirklich überschaubar. Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Bei einem Fitnessstudio, bei einem normalen redet man ja über deutlich mehr, wenn nicht gar das 10-fache teilweise.

CD:
Ja, exakt. Das ist auch überschaubar und es ist auch im Vergleich mit einem herkömmlichen Fitnessstudio mit den laufenden Kosten bei uns wesentlich überschaubarer, weil wir zum Boutique-Fitnessbereich zählen. Du hast das EMS genannt, das zählt auch zu den kleineren Studios, d.h. wir brauchen 120 bis 140, maximal 150 Quadratmeter. Also auch da im Vergleich zum anderen, riesigen Fitnessstudio wie ein herkömmliches Fitnessstudio mit mindestens 500 bis 1000 Quadratmetern, von da ab beginnt es, ist da natürlich auch der Kostenfaktor der laufenden Kosten sehr überschaubar.

LB:
Jetzt hast du ja Österreich für Mrs.Sporty aufgebaut. Hast du da eine Lizenz gekauft, eine Masterfranchiselizenz für das Land oder wie läuft das bei Euch? Gibt es eine Art von Franchiselizenz oder unterschiedliche?

CD:
Es gibt unterschiedliche, wir haben einen Masterfranchisepartner für Italien, gleichzeitig habe ich das in Österreich nicht unter Masterfranchiselizenz gemacht, sondern bin selbständig und habe das im Prinzip als selbständiger Mitarbeiter für Mrs.Sporty gemacht und pro Vertrag bekomme ich quasi eine Provision.

Ansonsten für unsere Franchisepartner haben wir fünfjährige Franchiseverträge und viele davon, wie gesagt, knapp 25 Prozent sind Multioperator, d.h. die haben dann mehrere Clubs und haben dann jeweils einen 5 Jahresvertrag. Bei uns ist es so, dass die Multioperator dann einen leichten finanziellen Vorteil haben, wenn sie als bestehender Franchisepartner einen weiteren Club übernehmen oder neu eröffnen.

LB:
Wieviele Standorte hat denn der größte Franchisepartner?

CD:
6 Clubs.

LB:
Ok, das ist dann eher die Ausnahme?

CD:
Ja, die meisten Multifranchisenehmer liegen zwischen zwei und drei Clubs und sechs Clubs ist die Ausnahme. Es ist eine Franchisepartnerin, die jetzt auch übrigens, zumal dieses Jahr wieder erstmals weltweit der beste Franchisesée, also der Franchisenehmer, ausgezeichnet wird und da ist sie nominiert und hat große Chancen ins Finale zu kommen. Das freut uns sehr, sie ist eine tolle Frau.

LB:
Super.

CD:
Österreicherin.

LB:
War ja klar. 500 Standorte, über 300 Franchisenehmer, da ist die Zufriedenheit der Franchisenehmer ein Riesenthema. Wie haltet ihr die aufrecht? Was macht ihr da?

CD:
Die Zufriedenheit, da gebe ich dir recht, ist ein Riesenthema und ich glaube da gleichzeitig, dass was Zufriedenheit für jeden einzelnen bedeutet einen riesen Unterschied macht. Also die Waltraud Martius, eine meiner besten Franchiseexperten europaweit, die hat ein tolles Buch, wo sie das so toll beschreibt. Wenn ich als Franchisepartner starte, habe ich völlig andere Erwartungen, in dem Moment gerade, in dieser Startphase. Da brauche ich Unterstützung, da ist alles neu für mich, da will ich Businessplanideen bekommen, genauso wie die ganze Ausbildung und Standort. Das sind dann heiße Themen für mich.

Wenn ich dann ein, zwei bis drei Jahre im System bin, dann bin ich angekommen, da habe ich andere Anspüche, da will ich mich verbessern, da habe ich manchmal Team-, Personalsituationen, wo ich einfach weiter komme. Manchmal auch Motivationssachen nach drei Jahren vielleicht. Dann ist es wichtig, das wir hier vom System her unterstützen. Was motiviert dich? Ist es ein weiterer Club? Willst du für die Zentrale arbeiten? Was ist es?

Das man dann in dem Bereich gut dabei ist, neben der sowieso operativen Unterstützung, die wir durch regionale Business Consultants geben, der operativ, wie ein Coaching einfach an meiner Seite als Franchisepartner ist. Diesen Coach, den haben wir in der Anfangsphase, egal ob ich einen Club neu eröffne oder als neuer Franchisepartner einen Club übernehme, haben wir da den sogenannten Presell-Manager oder Transfer-Experten, der genau in dieser Phase, Anfangsphase, sehr wichtig für mich ist.

Und unser Franchisesystem ist 15 Jahre, da ist natürlich dann auch schon bei dem ein oder anderen Franchisepartner die Nachfolge ein Thema. Dann will ich natürlich, wenn ich angenommen zehn Jahre im System bin und das Durchschnittsalter unserer Franchisepartner ist knapp über 50 Jahre, da ist es logisch, dass wir als Franchisesystem uns auch darum mit kümmern. Und da idealerweise auch gute Prozesse haben und dieses Thema auch den Franchisepartner frühzeitig schon mitgeben. Dass ich, wenn ich an die 55 Jahre als Frau gehe, mir nach und nach überlege, ok, wer soll denn mal meinen Club übernehmen? Wie stelle ich mir das vor? Ganz oft ist es so, dass bestehende Clubmanager, d.h. aus den eigenen Reihen der Mitarbeiter, sich neue Franchisepartner entwickeln und das kann ich auch aktiv fördern als Franchiseunternehmer.

Ich denke, das macht Mrs.Sporty stark, das wir im jeweiligen Pozess hier gut begleiten. Das ist der eine Punkt, der zweite ist der, dass wir sehr inovativ sind und wir einfach wissen, was sind die Themen, die unsere Kunden, unsere Mitglieder einfach brauchen. Ich sage immer eine heute 50-jährige Frau hat völlig andere Ansprüche an Training, an ein Fitnesscenter, als es vor zwanzig Jahren eine 50-jährige Frau hatte. Und das wir da immer am Puls der Zeit liegen, dafür sorgen wir. Da haben wir eine tolle Produktabteilung. Und ebenso wie ich das dann mache im Business Developement, diese Veränderungen dann eben auch an die Franchisepartner zu bringen und an deren Mitglieder. Das diese Prozesse gut funktionieren, dass ist, denke ich, sehr entscheidend und wichtig.

LB:
Also zusammengefasst, in jeder Phase des Franchisenehmerlebens eine optimale Betreuung und am Puls der Zeit, zukunftsorientiert. Da kommt auch gleich noch eine Frage, da habe ich ganz konkret was aufgeschnappt auf eurer Webseite, wo ich eine Frage zu habe. Du hast es eben auch schon angesprochen. Kommt aber gleich. Vorher möchte ich aber noch wissen, bei 15 Jahren Franchisesystem, gab es garantiert die eine oder andere Herausforderung, die ihr meistern musstet. Erzähl doch mal, was so die größte aus deiner Sicht war und was ihr daraus gelernt habt.

CD:
Ja, ich finde, da sind wir genau bei diesem Veränderungsthema. Ich denke von diesen vom Markt geforderten Veränderungen mitzugehen und umzusetzen und auch die Franchisepartner hier überall und immer mitzubekommen. Für mich ist ein krasses Beispiel Marketing, Facebook beispielsweise, man muss sich vorstellen, wo ich vor elf Jahren meinen Club eröffnet habe, habe ich den ohne eine eigene Webseite eröffnet. Sehr erfolgreich eröffnet.

Heutzutage ist es unvorstellbar und eine Webseite ist das selbstverständlichste der Welt, teilweise brauch ich sie schon gar nicht mehr, weil es wichtiger ist Facebook und Instagram Social Media zu machen. Das sind alles Ansprüche, die sich auch an die Franchisepartner richten und verändern. Und da die Franchisepartner mitzunehmen, zu schulen immer, das finde ich eine große Challenge und auch selber als Franchisesystem, das mitzumachen und mitzubekommen und gut zu machen und ich hab zu anderen Franchisesystemen sehr guten Kontakte und habe mich letztens zum Beispiel mit, er war schon bei dir im Podcast zu Gast, Storebox, ausgetauscht. Das ist ein sehr junges System und die haben zu mir gesagt, schau mal her, wir kämen gar nicht auf die Idee, dass jeder einzelne Franchisepartner von uns eine eigene Facebookseite hat, sondern das machen wir von der Zentrale.

In unserem System ist das aber natürlich von Mrs.Sporty gewachsen, weil da hat ja irgendwann jeder mal angefangen sich mal eine Facebookseite zu machen und man muss damit anders umgehen. Ich finde, das ist tatsächlich die größte Challenge, da auch die Franchisepartner gut dabei zu unterstützen. Teilweise merkt man das dann auch selber immer wieder, es wird irgendwie alles mehr, was ich tun muss und dann aber wieder zu schauen, wo können wir irgendwelche Prozesse erleichtern und reduzieren, dass ich das eben alles noch gut schaffe, das halte ich für die größte Challenge, die uns, muss ich auch ganz ehrlich sagen, nicht immer gleich gut gelingt. Aber wir geben da unser Bestes, das gut umzusetzen.

LB:
Ich hätte jetzt so gedacht von dem was du eben erzählt hast, das diese Umstellung des Trainingsmodus, von dem du gesprochen hast, den ihr ja auch vor ein paar Jahren umgestellt habt, dass das garantiert auch richtig geknirscht hat im System, oder?

CD:
Da muss ich eins sagen, selbstverständlich bei einigen. Aber das würde ich gar nicht zur größten Herausforderung machen, weil wir das tatsächlich extrem gut gemeistert haben. Das war so, das ich die erste war, die diese Umstellung gemacht hat von einem bestehenden, damals hydraulischen Geräten, auf das funktionelle. Ich muss dazu sagen, neue Clubs haben zu dem Zeitpunkt schon komplett neu eröffnet, gleichzeitig ist das eine völlig andere Situation und viel leichter etwas im neuen Stil zu machen als das bestehende zu verändern. Und ich hab das gemacht und ich glaube, dass das eine wichtige Sache ist, das man einfach beispielhaft vorangeht oder aus der Zentrale her ein eigenes gutes Beispiel hat und ich wollte es doch, es war mir persönlich wichtig, das selber in meinem Club einmal das neueste Konzept zu haben für meine Mitglieder.

Das ganze hat sehr, sehr gut geklappt, wobei ich auch ein tolles Team habe und ich war da selber rund um die Uhr vor Ort, um mein Team zu unterstützen und auch zu lernen. Und es war unglaublich, wie meine Mitglieder, die und das muss man auch dazusagen, Mitglieder freuen sich ja auch nicht, wenn du ihnen sozusagen die Geräte wegnimmst, so ist das empfunden worden. Nur, wir haben es sehr, sehr gut geschafft durch einen tollen kommunikativen Prozess, sie da mitzunehmen und das war in dem Moment, als sie zum ersten Mal das neue Training gemacht haben, völlige Begeisterung bei den allermeisten. Ich mein, 100 Prozent nimmst du nie mit. Das ist auch wieder meine Erwartung, die damit zusammenhängt, ob ich dann enttäuscht bin oder nicht.

Es war uns auch klar, dass wir nie 100 Prozent der Franchisepartner mitnehmen werden, aber es war natürlich ein großes Ziel mindestens über 90 Prozent, das die final dann mitziehen. Dann hast du in jedem System „Early Adapter“, die dann sofort mitgehen und sagen, da ist etwas neues, es ist zwar noch nicht ausgereift, aber ich bin da gern dabei, ich mag das auch umsetzen.

Da hab ich dann einen sehr guten Prozess mit meinem Team in Berlin aufgebaut, wie wir die Franchisepartner und deren Teams so gut wie möglich unterstützen und schulen natürlich. Vor einem muss man sagen kommunkikativ schulen, dass sie diese Umstellung bei ihren Mitgliedern eben auch erfolgreich machen können. Das war, muss ich sagen, auch eine der größten Mrs.Sporty Erfolgsstories, die wir erlebt haben, weil innerhalb von zwei Jahren haben fast schon 80 Prozent schon umgestellt damals.

Es ist irrsinnig schnell gegangen, man muss sich vorstellen, wir haben fast 500 Clubs und man muss auch ganz klar sagen, ein paar haben sich entschieden, nein, ich bin mit solchen Geräten vor zehn Jahren eingestiegen und ich versteh überhaupt nicht und will es auch nicht verstehen, dass ich mich verändern muss oder soll oder dass das was bringt und haben das nicht gemacht. Wobei, was ich persönlich immer sagen muss ist, was wir bei Mrs.Sporty auch machen ist, natürlich muss jede Veränderung Sinn machen für den Franchisepartner.

Und Sinn macht es dann, wenn ich damit Geld verdiene und idealerweise mehr Geld verdiene als wie ich es vorher gemacht hab. Keiner will karitativ tätig sein in dem Moment mit seinem Mrs.Sporty Club, sondern jeder will da Geld verdienen, logisch. Und das ist unser Anspruch den wir bei Mrs.Sporty haben. Darüber verdienen wir ja auch unser Geld, über die Umsätze, die die Franchisepartner machen. Und es muss ihnen Gewinne bringen, mehr Gewinne bringen, das ist selbstverständlich.

LB:
Innovationen war das Thema, ich hab gesehen PIXFORMANCE, das ist ja bei euch relativ neu. Vielleicht kannst du dazu ganz kurz noch etwas sagen und auch was in Zukunft so von Mrs.Sporty zu erwarten ist.

CD:
Ja, genau. Durch diese PIXFORMANCE Geräte ist es uns möglich funktionelles Training zu machen, sprich das du mit deiner eigenen Körper Kraftübungen machst, teilweise noch unterstützt mit Kleingeräten, wie Hanteln beispielsweise oder Therabändern oder Medizinbällen. Das ist deswegen so effektiv oder effektiver, als wenn du auf einem Gerät eine Kraftübung machst, denn wenn du auf einem Gerät eine Kraftübung machst, dann trainierst du isoliert rein eine Muskelgruppe. Wenn du aber freies Training machst, sprich also nicht auf einem Gerät sitzt, sondern im Stehen trainierst und da unterschiedliche Übungen machst, hast du immer eine gesamte Muskelkette im Einsatz und deswegen erfordert das einfach mehr an Stabilität, an Kraft und ist deswegen so effektiv.

LB:
Dazu muss man aber sagen, damit das unsere Hörer auch verstehen, man steht da vor einem riesen Monitor.

CD:
Exakt. Das schaut schon so ein bisschen aus wie große iPhones.

LB:
Und da läuft dann ein Video.

CD:
Genau, da werden Übungen, nämlich dein persönlicher Trainingsplan abgespielt, den du dem Mitglied als Trainer gemacht hast. Wir stimmen da ab, was sind die persönlichen Ziele, wir haben dann einen Katalog oder eine Möglichkeit von einem Potpourri von über 100 Übungen. Jedes Mitglied hat ihr 30 minütiges Trainingsprogramm mit 16 Übungen, also macht jede Übung dann mit Zwischenstation eine Minute. So kommen wir auf diese 30 Minuten insgesamt.

Dieser Trainingsplan wird dann noch alle sechs Wochen angepasst, je nachdem wie sie sich entwickelt hat, weil die Trainingsgeräte auch diese Übungen und vor allem die Ausführung der Übungen aufzeichnen und daraus entsteht bei jeder einzelnen Übung ein Verlauf, wie sich das Mitglied da entwickelt hat und um dementsprechend weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu haben und immer wieder Verbesserungen. So bekommt sie entweder neue Übungen oder die selbe Übung mit einem größeren Gewicht. So das es eine stetige Optimierung dabei und Weiterentwicklung ist.

Das Training im Stehen ist auch deswegen so sinnvoll, weil wir haben eben schon gesagt, Sitzen ist das neue Rauchen, es ist ja teilweise, wenn wir uns das so veranschaulichen, wir sitzen alle im Büro und im Auto und im Bus und wo auch überall, gehen dann ins Fitnessstudio und sitzen dann womöglich wieder auf einem Gerät. Und das war uns eine Herzensangelegenheit, diese Training im Stehen, was auch den Vorteil hat, gerade auch bei unserer älteren Zielgruppe in Zukunft, wo es darum geht, gesund älter zu werden, beispielsweise auch so eine Sturzprophylaxe. Das ist unheimlich wichtig, wenn ich älter werde, dass ich stabiler bin, das ich beim Gehen einfach immer Sicherheit habe. Und das ist so ein positiver Nebeneffekt, den auch die Mitglieder sehr schätzen, dass sie ihre Stabilität, einbeinig Übungen zu machen und so weiter, extrem ausbauen.

LB:
Tolle Sache. Was ist denn jetzt von dem Franchisesystem in Zukunft zu erwarten. Wo wird sich denn Mrs.Sporty hin entwicklen? Oder wo wollt ihr euch hin entwickeln?

CD:
Also wir wollen langfristig natürlich auch immer der Marktführer in der Frauenfitnessszene bleiben, also in den reinen Frauensportclubs. Wir haben mit dem Produkt jetzt die Möglichkeit sehr innovativ weiter zu arbeiten. Unser Hauptthema aktuell ist, dass wir den Franchisepartnern ihre Umsetzung noch erleichtern können, sprich wir haben das Produkt schon sehr digitalisiert und jetzt stehen bei uns Digitalisierungsprozesse für die Franchisenehmer an, um ihren Arbeitsalltag zu erleichtern im Vordergrund. Und aus all diesen Daten, die wir hier sammeln, damit auch für die Mitglieder Vorteile zu schaffen, weil, wie ich gesagt habe, die einzelnen Übungen werden aufgezeichnet und daraus kann man beispielsweise viele Mitgliederbindungssachen fördern.

Die zu nützen, das ist so unser aktuelles, in den nächsten ein bis zwei Jahren, unser Hauptaugenmerk. Und gleichzeitig für die Mitglieder auch nochmal diese Group Class Fitness, diese Gruppencommunity nochmal zu stärken. Wir haben zwar ein Kleingruppentraining, aber da steckt nochmal sehr viel Effekt drin, weil das merkt man auch überall, alles wird automatisiert und der Mensch gerät in den Hintergrund. Wir wollen das aber fördern, dass der persönliche Trainer und diese Community weiter im Vordergrund steht und gleichzeitig auch spezielle Themen, also beispielsweise Tenniszirkel, Golfzirkel, Rückenfit, Bauch Beine Po Zirkel und wir da so spezielle Klassen anbieten. So wie du es schon zuerst angesprochen hast, das wird es zusätzlich noch geben.

LB:
Ah, ok. Ja, Carina, erstmal vielen Dank bis hierhin. Du hast einen guten Überblick über Mrs.Sporty gegeben und man merkt richtig, dass du mit Herzblut und Begeisterung dabei bist in dem Sportbusiness. Klasse! Freut mich wirklich sehr. Kommen wir zu den zwei Schlussfragen. Carina, bist du bereit?

CD:
Ja, ich möchte vielleicht eins noch ergänzen, ich bin im Sportbereich irrsinnig mit Herzblut dabei und ich bin noch, so wie du das auch bist, ich bin wirklich eine leidenschaftliche Franchiserin. Ich finde Franchise ein wunderbares Konzept, um sich selbständig zu machen.

LB:
Genau. Das hatten wir im Vorgespräch, dass wir beide gesagt haben, dass wir wirklich begeistert davon sind. Also, Schlussfragen! Die erste, Carina, was ist denn das wichtigste Buch, was du gelesen hast, was hat dich da als Mensch und als Unternehmerin am meisten geprägt?

CD:
Grundsätzlich muss ich sagen sehr viele und wenn ich mich jetzt auf eines reduzieren darf, dann ist es tatsächlich, wo ich sage meine Lebensbibel ist von Vera Birkenbihl, der Birkenbihl Power-Tag. Das begleitet mich seit 30 Jahren, also seitdem ich ungefähr 20 bin. Der Birkenbihl Power-Tag ist so mein Lebensbuch.

LB:
Erzähl mal was dazu, denn das kenne ich überhaupt nicht.

CD:
Ja, also Vera Birkenbihl ist eine Kommunikationsexpertin und hat so die Essenz der Kommunikation, die du einfach und auch so, der Persönlichkeit, was dich als Mensch ausmacht. Angefangen von Glaubenssätzen bis hin zu Gedanken schaffen Wirklichkeit. Und welche Macht Worte und Kommunikation eben einfach auch haben. Das ist der Birkenbihl Power-Tag, er ist so die Kompaktversion. Sie hat viele, viele Bücher geschrieben und wenn man das so verinnerlicht, dann führst du, meiner Meinung nach, ein selbstbewußteres Leben. Ich sag immer erfolgreiche Menschen sind sich ihrer selbst bewußt und was dich auszeichnet und was dich bewußt was deine Stärken sind, idealerweise ist man sich seiner Schwächen und Stärken bewußt. Und wenn du dir bewußt bist über solche Dinge, kannst du auch damit perfekt umgehen.

LB:
Sehr schön. Werden wir hier auf jeden Fall in den Shownotes zu dieser Folge verlinken. Die Abschlussfrage, bevor wir uns verabschieden. Was würdest du deinem 25-jährigen Ich, mit deiner heutigen Erfahrung raten?

CD:
Da bin ich bei Pippi Langstrumpf, das ist auch so eine meiner Lebensheldinnen, „Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt“. Und da dann auch zu wissen, du bist für dein Leben selbst verantwortlich und mach einfach die Dinge, du hast ein einzigstes Leben zur Verfügung, mach die Dinge, die dir Spaß und Freude machen, hauptsächlich. Ja oder mach auch Dinge die dir nicht so Freude machen, aber dann trotzdem so, dass sie dir Spaß machen. Dieter Lange sagt doch so gerne, das ganze Leben ist ein Spiel und ich find die Pippi Langstrumpf hat das in einem wunderbaren Satz zusammengefasst.

LB:
Schönes Schlusswort, das lassen wir so stehen. Carina, vielen, vielen Dank. Es hat riesig Spaß gemacht.

CD:
Ja, gerne Lars. Danke dir. Ciao.

LB:
Und Euch und Dir auch liebe Carina, wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao.

(*) Affiliate-Link:
Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht.